Wochenkolumne Schwaleschnack : Radwegumbau auf dem Großflecken: Rolle rückwärts

Welche Farbe? Welcher Stein? Die Politik ist sich nicht einig.
Welche Farbe? Welcher Stein? Die Politik ist sich nicht einig.

Der Radwegumbau verzögert sich, die Ratsversammlung hat sich erneut vertagt.

meyer_gunda the real-.jpg von
18. Dezember 2020, 18:18 Uhr

Wenn die Großflecken-Debatte so weitergeht, sterben die Bäume am Radweg vor Kummer und nicht, weil der Asphalt nicht wasserdurchlässig genug ist. Die Ratspolitiker wirken wie kopflose Hühner. Erst entscheiden sie sich für graues Granitpflaster, dann stellen sie fest, dass grau keine Signalfarbe ist, und schwenken auf Asphalt in Blau oder Rot um.

SPD und Grünen passte das nicht. Ob es hübsch ist? Geschmacksfrage. Das ändert aber nichts daran, dass es ein demokratischer Beschluss ist, der gilt.

FDP scheint umzukippen

Dass der Architekt als Urheber damit nicht einverstanden ist, war klar. Eine Urheberrechtsklage könnte das Problem klären. Doch statt des Schrittes vorwärts gibt’s eine Rolle rückwärts: SPD und Grüne wittern die Chance, ihren Willen doch noch durchdrücken zu können – nach dem Motto: Lieber eine unbefriedigende Lösung mit teurem, hellgrau-gelbem Granit als die Umsetzung des Asphaltweges, den CDU, BfB, FDP und Linke wollten. Da die FDP nun aber umzukippen scheint, ist der Granit wieder auf dem Vormarsch.

Lesen Sie hier die Debatte in der Ratsversammlung.

Die „Asphalt-Fraktion“ verlor sich derweil im Klein-Klein, da der Architekt 2000 Euro für die Beratungen bei den Planungen von der Stadt erhalten hat. Vielleicht rettet Corona die Situation: Wegen der Haushaltsschieflage empfiehlt die Stadt, den Großflecken-Umbau auf 2026 zu verschieben. Bleibt zu hoffen, dass die Politik dem Tipp folgt. Dann ist genug Zeit, um offene Fragen zu klären und in die Farben-Lehre zu gehen!

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