Parkplatz am Bahnhof : Radler sollen ihre Garage bekommen

Hinter der Packstation am Ausgang des Posttunnels soll die neue Sammelgarage für Radler entstehen. Sie wird etwa 70 bis 90 Fahrrädern Platz bieten.
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Hinter der Packstation am Ausgang des Posttunnels soll die neue Sammelgarage für Radler entstehen. Sie wird etwa 70 bis 90 Fahrrädern Platz bieten.

Die Stadt plant die Neuerung hinter der Post. Sicherer Platz gegen Gebühr.

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08. Juli 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Die Stadt zeigt ein Herz für Radler. Um dem vielfachen Wunsch nach einem sicheren Parkplatz in Bahnhofsnähe nachzukommen, wollen die Stadtplaner die seit Langem gehegte Idee einer Fahrradsammelgarage endlich umsetzen. Das Projekt soll möglichst noch in diesem Jahr verwirklicht werden, bestätigte jetzt Michael Köwer aus der Bauverwaltung.

Ein Platz für die überdachte und möglichst diebstahlsichere Anlage ist bereits ausgeguckt. Sie soll im toten Winkel zwischen Postgebäude und Bahndamm am Ausgang des Posttunnels entstehen. Für die bereits früher als Fahrradparkplatz genutzte Fläche spricht ihre unmittelbare Nähe zu den Bahngleisen und die Tatsache, dass sie bereits durch ihre Lage von drei Seiten gegen unerwünschte Eindringlinge abgeschirmt ist.

Die Anlage soll möglichst komplett überdacht und mit einem automatischen Schließsystem ausgerüstet werden. Sie wird etwa 70 bis 90 Fahrradbesitzern Platz bieten, die ihr Rad sicher verwahrt wissen möchten. Über einen Chip hätten die Nutzer dann rund um die Uhr Zutritt zu der geschlossenen Anlage. Die Sammelgarage soll vor allem Dauernutzern zur Verfügung stehen, etwa Berufspendlern, die morgens mit dem Fahrrad zum Bahnhof radeln.

Die Nutzungstarife werden sich dabei voraussichtlich an denen bestehender Anlagen orientieren, kündigte Köwer an. So kostet die Monatskarte für einen vergleichbaren Service in Kiel derzeit etwa 7 Euro, die Jahreskarte 70 Euro.

Köwer rechnet mit Gesamtkosten von 100 000 bis 200 000 Euro. Darin ist allerdings auch die Runderneuerung zahlreicher Fahrradstellplätze rund um den Posttunnel enthalten. Die nicht mehr zeitgemäßen Vorderradhalter – von Radlern auch als Felgenkiller gefürchtet – sollen durch Anlehnbügel ersetzt werden, wie sie beispielsweise auf dem Konrad-Adenauer-Platz installiert wurden. Ein Großteil der Kosten könnte durch Fördergelder gedeckt werden.

Der Fahrradclub ADFC, der seit Jahren eine bewachte Fahrradstation für Neumünster anmahnt, nahm die Ankündigung der Stadt gestern mit Genugtuung: „Eine kleine Lösung ist besser als keine Lösung“, sagte ADFC-Sprecher Uwe Mohns. Traum der Radler bleibe aber eine bewachte Fahrradstation, möglichst mit angeschlossener Werkstatt, die idealerweise auf dem Posthof jenseits des Bahnhofs angesiedelt werden könnte. Dazu sei aber zwingend ein Durchbruch des Bahnhofstunnels in Richtung Friedrichstraße Voraussetzung.

Entsprechende Überlegungen gibt es seit Längerem bei der Stadt: Tatsächlich könnte ein solcher Durchbruch dazu beitragen, die schwierigen Verkehrsbeziehungen auf dem Konrad-Adenauer-Platz insgesamt zu entflechten, sagte Michael Köwer. Das sei derzeit aber alles noch Zukunftsmusik.

Kommentar:

Seit  Langem überfällig: Die Zeiten ändern sich: Hochwertige Fahrräder sind heute echte Wertgegenstände, die gezielt geklaut werden. Es gibt nicht wenige Fahrradenthusiasten, deren Rennrad schon fast leichter ist als das schwere Stahlschloss, mit dem sie es   vor Dieben zu schützen versuchen. Zugleich steigt die Zahl derjenigen, die –  jedenfalls in der Stadt – beim  alltäglichen Weg zur Arbeit vom Auto aufs Rad umsteigen. Klar, dass  der Ruf nach einer sicheren und schützenden Stellplatzanlage da immer lauter wird. Sie ist seit Langem überfällig. Und das Beste: Sie kostet noch nicht mal einen einzigen Autoparkplatz!

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