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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 05:01 Uhr

Umfrage : Radler geben der Stadt schlechte Noten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2014 erreicht Neumünster nur Platz 80 von 100 Orten. Stadt will Ratsbeschluss von 2013 jetzt umsetzen.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 11:00 Uhr

Neumünster | In der Schule wäre die Versetzung gefährdet. Neumünsters Radfahrer geben ihrer Stadt beim Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eine Gesamtnote von 4,1. In der sechsten Auflage der Umfrage reicht das gerade einmal zum bundesweiten Platz 80 unter 100 Städten in der Größenklasse 50  000 bis 100  000 Einwohnern. Vor zwei Jahren lag der Durchschnitt noch bei 3,97. 216 Radfahrer füllten die 28 Fragen zu Themen wie Sicherheit, Stellenwert, Infrastruktur oder dem Komfort beim Radfahren aus. Davon waren rund 16 Prozent ADFC-Mitglieder.

Schwächen gibt es offensichtlich viele. Am häufigsten bemängelt wurden die hohe Diebstahlsquote und fehlende Leihräder. Ebenfalls im Durchschnitt ein „Mangelhaft“ vergaben die Teilnehmer bei der Radweg-Führung an Baustellen. Ein weiteres Ärgernis sind zugeparkte Radwege und eine fehlende Falschparker-Kontrolle auf Radwegen. Auffällig ist auch die Kritik an der Oberfläche (Notendurchschnit 4,8) und der Breite der Radwege (4,6). Zudem schneidet die Stadt bei der Fahrradförderung (4,8) und der öffentlichen Werbung für das Radfahren (4,7) schlecht ab. Und: Die Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln sei im Vergleich zu anderen Städten „eher schwierig und teuer“, so das Urteil.

Positiv bewerten die Radfahrer hingegen geografische Gegebenheiten wie die Erreichbarkeit von Zielen allgemein (2,7) und des Stadtzentrums (2,6) im Speziellen. Ein Lob erhält auch das Technische Betriebszentrum. Der Winterdienst (3,7) und die Reinigung der Radwege (3,9) liegen über dem bundesweiten Notenschnitt.

Der Sprecher der Ortsgruppe Neumünster des ADFC, Uwe Mohns, zeigt sich nicht begeistert vom Ergebnis der Umfrage. „Dass gegenüber 2012 keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung eingetreten ist, sollte uns zu denken geben“, so Mohns. Schließlich sei mehr Radverkehr doch politisch gewollt und gesellschaftlich erwünscht. „Wir sind weiterhin gerne bereit, der Verwaltung mit Rat zur Seite zu stehen.“ Auch die SPD-Oberbürgermeister-Kandidatin Elke Christina Roeder kritisiert: „Das Radler-Klima in unserer Stadt muss verbessert werden. Was in Kiel möglich ist, können auch wir machen.“

Im Rathaus will man jetzt ein von der Ratsversammlung im August 2013 verabschiedetes Zehn-Punkte-Papier, das Neumünster zur Fahrradstadt machen soll, in Angriff nehmen. „Das Thema wurde in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt. Es gibt noch Potenziale“, räumt Verkehrsplaner Michael Köwer unumwunden ein. Schon mit dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes im Frühjahr soll es erste Verbesserungen geben. „Wir werden Bügel aufstellen, damit man Räder leichter am Rahmen anschließen und damit schlechter klauen kann“, sagt er. Spätestens 2016 soll eine bewachte Fahrradstation bei der Hauptpost öffnen. Und: Der Radweg vom Gänsemarkt zum Rathaus soll verbessert werden, sagt Köwer. Er setzt auch auf weitere Vorschläge: „Wir sind offen für Verbesserungen und schauen, was wir machen können.“

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