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Verkehrsplanung : Radler auf Fußweg spalten Falderaner

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Radeln auf dem Bürgersteig an der Ehndorfer Straße bleibt umstritten. Gegner sehen vor allem Kinder mehr denn je gefährdet.

von
erstellt am 24.Sep.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | Der Radweg an der Ehndorfer Straße sorgt im Stadtteil Faldera erneut für Unruhe. Anlieger aus dem westlichen Faldera wollen die erst im Dezember eingeführte Aufhebung des Zwei-Richtungs-Verkehrs auf dem Radstreifen wieder rückgängig machen. Der Falderaner Ratsherr Arno Jahner (SPD) unterstützt die Initiative. Die Neuregelung habe sich nicht bewährt.

Noch vor Monaten sah das eine Mehrheit im Stadtteil ganz anders: Vor allem Eltern mit schulpflichtigen Kindern auf der Südseite der langen Ausfallstraße empfanden die bestehende Verkehrsführung für Radfahrer als unglücklich: Fahrradschüler aus dem Westen mussten auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule Faldera zunächst die Straße queren, um dann auf der Nordseite (Schulseite) zur Schule zu radeln. Besonders kurz vor Schulbeginn und nach Schulschluss war es zudem auf dem schmalen Radweg vor der Schule immer wieder eng geworden. In der Zufahrt zur Franz-Wieman-Straße kam es zu Zusammenstößen und gefährlichen Begegnungen auch mit dem Autoverkehr.

Auch die Polizei befürwortete daher den Vorschlag, den Fußweg auf der Südseite für Radler freizugeben. Die Fußwegbeschilderung wurde mit Zusatzschildern nachgerüstet: „Radfahrer frei!“ Seitdem dürfen Radfahrer hier stadteinwärts auf dem Fußweg (oder auf der Straße) radeln. Fahrradschüler können die Straße jetzt sicher auf dem Zebrastreifen in Höhe der Franz-Wieman-Straße queren.

Der Nachteil: Der bestehende Radweg auf der Schulseite darf jetzt nur noch stadtauswärts befahren werden – auch zum Leidwesen der Fahrradschüler auf der Nordseite der Ehndorfer Straße, die jetzt ihrerseits die Straße zweimal wechseln müssen, um (vorschriftskonform) zur Schule zu kommen.

Für Uwe Hohmann und Bernd Stephan, deren Enkel täglich die Gemeinschaftsschule ansteuern, ist das schlicht ein Unding: Der Schulweg sei nicht sicherer , sondern – im Gegenteil – erheblich unsicherer geworden. Die beiden Anlieger aus der Apenrader und Haderslebener Straße verweisen auf die ihrer Meinung nach an vielen Stellen viel zu engen Bürgersteige auf der Südseite. Teilweise stünden die Verkehrsschilder und Lampenmasten mitten auf dem Weg. Viele Ausfahrten, etwa bei Penny oder der Sparkasse, seien wegen hoher Hecken nur sehr schwer einsehbar. An der Flensburger Straße seien die Bordsteine auch nach Monaten der Neuregelung nicht abgesenkt: Radfahrer würden hier deshalb einen gefährlichen Bogen vom Bürgersteig auf die Straße machen, immer wieder komme es dadurch zu gefährlichen Begegnungen mit dem Autoverkehr.

Vor allem aber: Dass der Bürgersteig von Radfahrern mitbenutzt werden kann, sei sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer bis heute nicht plausibel, argumentieren die Kritiker. Immer wieder seien auf dem Bürgersteig daher Reibereien zwischen Fußgängern und Radlern zu beobachten. Autofahrer, die auf die Ehndorfer Straße einbiegen wollen, rechneten schlicht nicht mit Radlern auf dem Bürgersteig, erklärt Bernd Stephan und kommt zu dem Schluss: „Der Radweg wird nicht akzeptiert und ist auch deshalb unsicher.“

Auch bei der Polizei sind die Probleme bekannt: Um die Sicht an den Ausfahrten bei Penny oder in Höhe der Sparkassenfiliale zu verbessern, habe man bereits Kontakt mit den Ordnungsbehörden aufgenommen, sagt Sandra Beth, Leiterin der Polizeistation Faldera. Das Argument, ausfahrende Autofahrer würden von den Radfahrern „überrascht“, mag sie aber nicht gelten lassen. Kinder oder Rollerfahrer hätten den Fußweg auch zuvor schon befahren dürfen. Die Verkehrslage an der Einfahrt zur Franz-Wieman-Straße habe sich seit Aufhebung der Zwei-Richtungs-Regelung deutlich entspannt.

SPD-Ratsherr Arno Jahner will sich damit nicht zufrieden geben. Die Verbesserung der Verkehrssituation vor dem Schulzentrum dürfe nicht zu Lasten des Schulweges an anderer Stelle gehen. Die Stadt sei aufgefordert, Falderaner Schülern einen sicheren Schulweg anzubieten. Bislang habe ihm bei der Stadt noch niemand die Vorteile der Neuregelung erklären können, kritisiert der Falderaner Ratsherr gegenüber dem Courier. Jahner fordert eine Rückkehr zum Zwei-Richtungs-Radweg.

 

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