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Abfallbeseitigung in Neumünster : Rader Hochbrücke: Sylter Müll fährt Umweg

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Die Sperrung der Rader Hochbrücke kostet die Stadtwerke Neumünster bis zu 100.000 Euro. Die Müllfahrzeuge müssen lange Umwege nehmen.

Neumünster | Die Sperrung der Rader Hochbrücke für den Schwerlastverkehr ist auch bei der Mechanisch-Biologischen-Abfallbehandlungsanlage (MBA) der Stadtwerke in Wittorferfeld zu spüren. Deutlich verlängerte Fahrzeiten, verzögerte Anlieferungen und zusätzliche Schichten sind die Folge.
Rund 90.000 Tonnen Abfall aus Mülltonnen nördlich des Nord-Ostsee-Kanals verarbeitet die MBA jährlich. In diesem Jahr sind noch 40.000 Tonnen übrig. Doch die Fahrzeiten verlängern sich durch die Sperrung auf der Autobahnbrücke um rund 30 Prozent. Statt einer durchschnittlichen Fahrtzeit der Lkw von 3,5 Stunden für die Strecke Neumünster-Flensburg-Neumünster benötigen die Fahrzeuge nun über 4,5 Stunden, teilten die Stadtwerke mit.

Gebührenzahler tragen Mehrkosten

Die MBA in Wittorf behandelt seit Jahren gemäß eines Kooperationsvertrags den gesamten Restabfall sowie Sperrmüll aus den Kreisen Nordfriesland, Rendsburg-Eckernförde und der Stadt Flensburg. Sie stellt daraus Brennstoff her, der in der TEV an der Bismarckstraße verbrannt wird; ein kleiner Teil wird zurück ins Flensburger Heizkraftwerk gefahren. Die SWN verdienen damit Geld und lasten ihre TEV und MBA besser aus. Auch von der Insel Sylt holen die Neumünsteraner (im Sommer) monatlich rund 1000 Tonnen Abfall. Das sind drei Touren am Tag.
Durch die Umwege entstehen derzeit Mehrkosten, die Dr. Norbert Bruhn-Lobin, Geschäftsführer der MBA, auf 500 bis 1000 Euro pro Tag taxiert. "Am Jahresende werden es bis zu 100.000 Euro sein. Das muss letztlich vom Gebührenzahler getragen werden - nördlich des Kanals, nicht von den Neumünsteranern", sagt Bruhn-Lobin.

Längere Öffnungszeiten für Umschlagstationen

Aber die Brückensperrung für Lkw ab 7,5 Tonnen hat auch konkrete Auswirkungen auf die SWN-Mitarbeiter: Die Kollegen der Spätschicht fangen später an, da die Kollegen aus der Frühschicht nicht rechtzeitig zurück sind. In der Spätschicht hat das dann Auswirkungen auf die Zahl der Fahrten, denn die meisten Abfallanlagen im Norden schließen zwischen 20 und 21 Uhr. Die Öffnungszeiten sind in der Genehmigung festgeschrieben. "Morgens können wir aber auch nicht wesentlich früher losfahren, denn vor 7 Uhr machen die Umschlagstationen im Norden nicht auf", erklärt Maike Kühl, stellvertretende Verkehrsleiterin der MBA.
Der Chef Norbert Bruhn-Lobin wünscht sich mehr Flexibilität der Genehmigungsbehörden: "Verlängerte Öffnungszeiten der Abfall-Umschlagplätze und unserer eigenen Anlage wären für uns wichtig. Dann könnten wir gegebenenfalls auf Nachttouren ausweichen. Denn schließlich müssen gerade im Sommer alle Abfälle zeitnah abgeholt und verarbeitet werden."

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erstellt am 08.Aug.2013 | 11:45 Uhr

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