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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 21:40 Uhr

Schultheaterfestival : Rabenschwarzer Humor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Holstenschülerinnen zeigten einen flotten Krimi im Theater. 100 Gäste erlebten einen vergnüglichen Abend.

Neumünster | Mit der Kriminalkomödie „Acht Frauen“ des französischen Autors Robert Thomas präsentierte sich der Kursus Darstellendes Spiel der 9. Klassen der Holstenschule am Mittwoch beim Schultheaterfestival. 100 Gäste erlebten einen vergnüglichen Abend mit rabenschwarzem, oft bitterbösem Humor, der in seelische und moralische Abgründe führte.

Zum Inhalt: Die weiblichen Mitglieder einer reichen Familie treffen sich auf ihrem Landsitz. Als der Hausherr nicht zum Frühstück erscheint, entdeckt ihn die jüngste Tochter tot im Bett. Es beginnt ein verworrenes Spiel aus Geheimnissen, Lügen, Intrigen um die Frage: Wer war der Mörder? Alle haben ein Motiv für die Tat und keine ein Alibi. Um ihre eigenen Geheimnisse vor der Familie nicht preisgeben zu müssen, beschuldigen sie sich gegenseitig. Hinzu kommt, dass die Telefonleitung gekappt, das Auto lahm gelegt, das Gartentor versperrt und die Hunde vergiftet wurden.

Wie die Schülerinnen die Charaktere spielten, verdiente Hochachtung. Da war die scheinbar ordnende Hand von Ehefrau Gaby (Rebekka Krull), die aber einen Liebhaber hat. Ihre Tochter Susanne (Lucia Mandelkow) kommt aus dem Internat und ist schwanger. Ihre Schwester Catherine (Marika Schuhmacher) mischt mit pubertierenden Manieren auf und raucht. Schwiegermutter Mamy (Vivien Klenk) sitzt im Rollstuhl, kann aber später ordentlich mit Händen und Füßen mitmischen. Ihre hysterische Tochter Augustine (Alba Berisha) fällt in Ohnmacht, diktiert aber weiterhin das Geschehen.

Hinzu kommen die Hausdame Madame Chanel (Antonia Gardt), die heimlich mit dem Hausherrn und dessen Schwester Poker spielt und immer verliert, sowie das Hausmädchen Luise (Jördies Harms), das es auf den Hausherrn abgesehen hat, dazu die Schwester des toten Herrn Pierette (Juliane Naeve), die Geld braucht.

Es war köstlich anzusehen, wie die Personen ihre scheinbar geheimen Informationen über die anderen an die Frau brachten – und erst recht dann deren Reaktionen auf die Enthüllungen. In den flotten Wortgefechten, die hin und wieder sogar in Handgreiflichkeiten ausarteten, ging ab und zu eine Pointe fast unter. Etwa die, als Madame Chanel auf einen Angriff der Hausherrin antwortete: „Ich bin nicht empfindlich, ich arbeite schon 15 Jahre hier.“ Augustine hatte in ihrer übertriebenen, aufgesetzten hysterischen Art die Lacher auf ihrer Seite, genau so wie Catherine, die in ihrer Familie das erkannte, was sie auch in den Kriminalromanen las.

Lang anhaltender herzlicher Beifall belohnte die engagierten Schauspielerinnen. Wer wissen will, wer die Mörderin war, kann es am 14. Juli (19.30 Uhr) und am 15. Juli (11 Uhr) erfahren; dann spielen die Holstenschülerinnen noch einmal in ihrer Aula.

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