Tierpark : Quirliger Nachwuchs in der Pinguin-Kinderstube

Sie ist glücklich über den neuen und natürlich heranwachsenden Nachwuchs: Verena Kaspari präsentiert das Pinguin-Küken „No. 1“ beim täglichen Wiegen. Dabei liegt es auf einer flauschigen Mütze.
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Sie ist glücklich über den neuen und natürlich heranwachsenden Nachwuchs: Verena Kaspari präsentiert das Pinguin-Küken „No. 1“ beim täglichen Wiegen. Dabei liegt es auf einer flauschigen Mütze.

Das Humboldt-Pinguin-Küken heißt „No. 1“/ Es entwickelt sich prächtig / Weitere Paare brüten ebenfalls

shz.de von
23. Mai 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Interessiert schaut das Kleine in die Runde und schmiegt sich nach dem Wiegen in die weiche Jacke von Verena Kaspari: „No. 1“ heißt das erste Humboldt-Pinguin-Küken des Jahres 2015. Es ist gleichzeitig der erste Pinguin-Nachwuchs, der nicht durch Menschenhand, sondern von seinen Eltern gefüttert und umsorgt wird – „unsere erste Naturbrut“, freute sich die Zoologische Leiterin des Tierparks gestern beim Wiegen des Kükens.

Von Natur aus ist das Nachwuchsgeschäft bei den Pinguinen schwierig. „Bei zwei Küken wird das schwächere irgendwann nicht mehr gefüttert. Wenn ein Küken nicht ausreichend zunimmt, wird es eine Handaufzucht“, sagt Verena Kaspari mit einem vielsagenden Blick zur zuständigen Revierleiterin Ines Petersen. Die hatte 2010 Zwergotter „Hope“, 2012 Pinguin „Rico“ und 2013 die Waschbär-Dame „Kai-Uwe“ aufgepäppelt – inklusive Nachtschichten. Doch bisher wächst und gedeiht „No. 1“

„No. 1“ ist nicht das einzige Küken bei „Familie Humboldt“. „Es brüten mehrere Paare, aber wir verraten die Zahl nicht“, sagte Kaspari. Der Bruterfolg ist durch mehrere Maßnahmen gelungen, von denen sie als Mitbegründerin von „Sphenisco“, einer Gesellschaft zur Rettung der Humboldt-Pinguine, gehört hatte. Denn in der Bruthöhle darf es nicht zu nass sein, sonst droht Schimmel. Es wurden spezielle Höhlen aus Holz angefertigt, die auf Bimsstein stehen, der Nässe aufsaugt. So entsteht ein optimales Mikroklima, das der Pilzkrankheit Aspegiliose vorbeugt. Die Höhlen waren begehrt: „Es flog schon manche Feder, bis jedes Paar wusste, wo wer brütet“, schmunzelt die Tierparkleiterin. Wenn die Küken groß sind, ziehen sie vielleicht um, denn der Tierpark ist Teil des Europäischen Zuchtprogramms. Kaspari: „Wenn es soweit ist, werden wir das je nach Genetik entscheiden.“

Humboldt-Pinguine leben in einer Kolonie, wiegen bis zu fünf Kilogramm, können in Menschenobhut 30 Jahre alt werden und sind monogam – auch in einer speziellen Konstellation: „Wir haben auch ein Homo-Paar, das ist bei diesen Tieren nicht ungewöhnlich“, bestätigte Verena Kaspari.

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