Kitaplätze in Neumünster : Punktlandung bei der U3-Betreuung

In guten Händen sind die Krippenkinder der Kita Mäusenest bei ihren Betreuerinnen  Jacqueline Masch (links) und Jasmin Schwänke. In  den vergangenen  Jahren hat die Stadt  die Zahl der  Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren kräftig aufgestockt.
In guten Händen sind die Krippenkinder der Kita Mäusenest bei ihren Betreuerinnen Jacqueline Masch (links) und Jasmin Schwänke. In den vergangenen Jahren hat die Stadt die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren kräftig aufgestockt.

Lob für Neumünster: Die Dortmunder Universität bescheinigt der Stadt eine exakte Planung bei der Bereitstellung von Kita-Plätzen. Allerdings ist Betreuungsplatz nicht gleich Betreuungsplatz.

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21. November 2013, 07:00 Uhr

Neumünster | Gute Planung: Bei der Bereitstellung von Kita-Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren bescheinigt die Universität Dortmund der Stadt Neumünster eine nahezu perfekte Bedarfsabdeckung.

Das ergibt sich aus den Ergebnissen einer Elternumfrage, die die Uni mit Hilfe der Stadt erhoben hat und deren Eckdaten jetzt im Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurden. In der Umfrage waren im Mai alle 1826 Familien in der Stadt mit Kindern unter drei Jahren angeschrieben und nach ihren Betreuungswünschen befragt worden. 580 Eltern hatten den Fragebogen zurückgeschickt, knapp die Hälfte von ihnen (49,6 Prozent) wünschte sich einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs. Darauf haben sie seit August dieses Jahres einen Rechtsanspruch.

Die Statistiker rechneten den Elternwunsch mit einer komplizierten Formel auf den realistischen Bedarf herunter und kamen für Neumünster auf einen Wert von 40,2 Prozent. Exakt das ist auch die Bedarfsabdeckung, die die Stadt mit den derzeit laufenden Um- und Ausbauten von Kita-Einrichtungen bis zum Frühjahr kommenden Jahres erreicht haben will. Seit Ankündigung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz vor fünf Jahren, wären in der Stadt damit insgesamt über 750 neue Plätze in Kitas und Tagespflege entstanden.

Allerdings ist Betreuungsplatz nicht gleich Betreuungsplatz: So brachte die Umfrage auch zutage, dass sich die meisten Eltern den erhofften Kita-Platz in einem Umkreis von maximal 15 Gehminuten vom Wohnort wünschen. In der Innenstadt (46,8 Prozent) und im Stadtwesten (44,3 Prozent) liegt der Bedarf höher, in der Gartenstadt mit 41 Prozent eher unter dem Durchschnitt. Die meisten Eltern wünschen sich eine Betreuung für ihr Kind nach dem 2. Geburtstag. Das Gros der Eltern will gar keine Ganztagsbetreuung, sondern kommt mit 20 bis 30 Betreuungsstunden in der Woche aus.

Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung, der den Ausbau der U3-Plätze in den vergangenen Jahren maßgeblich mit geplant hatte, sprach im Ausschuss dennoch von einer „Punktlandung“. Eine detaillierte Auswertung der Elternumfrage kündigte er für Februar an. Es gelte, die gewonnenen Zahlen jetzt auch mit dem neu aufzustellenden Kita-Bedarfsplan in Einklang zu bringen.

Ohne Widerspruch beschloss der Ausschuss die Anerkennung der Jugendinitiative „Das Team Neumünster“ und des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte „Lichtblick“ als freie Träger der Jugendhilfe. Der neue Status erlaubt den Vereinen unter anderem, Fördergelder für ihre Jugendarbeit zu beantragen und aktiv im Jugendverband mitzuarbeiten.

Mitglieder des Vereins Lichtblick quittierten den einstimmigen Beschluss im Ausschuss mit Jubel und Applaus. Die Aufnahme in den Kreis der Jugendhilfeträger habe für den Verein auch eine symbolische Bedeutung, freute sich Kersten Andresen. Erstmals werde die Jugendarbeit des Vereins unabhängig vom Behindertenstatus seiner Betreiber anerkannt.

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