Elly-Heuss-Knapp-Schule : „Puddingschule“ war gestern

„Wir sind stolz auf unser neues Bistro.“ Das sagen Chantal Brennscheidt (von links), Manal Rabcho, Lynn Müller und Bianca Kapler vor dem Eingang.
„Wir sind stolz auf unser neues Bistro.“ Das sagen Chantal Brennscheidt (von links), Manal Rabcho, Lynn Müller und Bianca Kapler vor dem Eingang.

Vor gut 50 Jahren fand die Elly-Heuss-Knapp-Schule ein festes Domizil an der Carlstraße. Das „Europa-Bistro“ wird jetzt eingeweiht.

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27. September 2017, 09:00 Uhr

Neumünster | Nach langer Planungs- und Bauphase konnten die Schüler der Ausbildungsvorbereitung der Elly-Heuss-Knapp-Schule und ihre Lehrkräfte gestern mit dem „Europa-Bistro“ in den gerade fertiggestellten Anbau am Standort Carlstraße umziehen. Ein Grund zum Feiern, aber nicht der einzige. Die Schulleitung nahm den Termin zum Anlass, auch an den Neubau der damaligen „Bildungsanstalt für Frauenberufe“ vor gut 50 Jahren zu erinnern. Am 1. Oktober 1966 war das Gebäude in der Carlstraße 53 in Betrieb genommen worden – es galt damals als eine der modernsten Schulen im Land.

Und doch hatte die Einrichtung, die inzwischen längst zu einem modernen Berufsbildungszentrum herangereift ist, vor 50 Jahren nicht die öffentliche Wahrnehmung wie heute. Martin Endruhn erinnerte sich gestern an die Anfänge. Als er 1966 gefragt worden sei, ob er nicht an die damalige Lehranstalt für Frauenberufe gehen wolle, habe er seinerzeit wohl die Nase gerümpft, erzählte der ehemalige Abteilungsleiter Berufliches Gymnasium gestern. „Die Kollegen belächelten mich und fragten: Du willst an die Puddingschule?“ Lateinlehrer Endruhn ging und erfuhr nicht nur, dass damals jede Prüfung auch mit einem praktischen Teil verbunden war. „Der bestand aus Essen“, sagte er schmunzelnd. Er begleitete fortan auch eine Schule im gesellschaftlichen Wandel, die er heute lobt für „ihre Vielseitigkeit, Aufgeschlossenheit und Experimentierfreude“.

Ulrich Wiethaup, Schulleiter von 1986 bis bis 2012, erinnerte daran, dass es einen weiteren Grund zum Feiern gebe. Denn in diesem Jahr könne die EHKS auf eine 125-jährige Geschichte zurückblicken. Sie begann im Jahr 1892 mit „einfachen hauswirtschaftlichen Kursen für Hausfrauen und Mägde“. „Heute ist die Elly-Heuss-Knapp-Schule hingegen eine moderne Bildungseinrichtung mit großer Zukunft“, sagte er. In allen Bereichen, die die EHKS abdecke, würden Fachleute gesucht. „Die Absolventen haben gute Berufsaussichten.“

Wolfgang Rüter, ehemaliger Abteilungsleiter an der Fachschule für Sozialpädagogik, berichtete von der Zeit, als die Schule 1966 endlich ein eigenes Gebäude und damit eine eigene Identität bekam. Zuvor waren die verschiedenen Bildungsangebote über diverse Schulen und Einrichtungen in der Stadt verteilt. 780 junge Menschen, darunter 500 Berufs- und 280 Vollzeitschüler, nahmen die Angebote damals wahr. Ein Jahrzehnt später, es war zwischenzeitig angebaut worden, wurden bereits 904 Schüler unterrichtet, 1986 waren es bereits 1171, heute sind es 2330. „Eine enorme Entwicklung“, so Rüter, der als „Gewinner“ an der EHKS in der aktuellen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Lage unter anderem die medizinischen Berufe, die Tierberufe und das berufliche Gymnasium bezeichnete.

Nachdem Schulleiter Jörg Leppin mit seinem Vorgänger Ulrich Wiethaup das symbolische Band vor dem Eingang durchschnitten hatte, wurde das „Europa-Bistro“ begutachtet. Und so durften sich gestern auch die Schüler zu den Gewinnern zählen, die in der Lehrküche für die Feier vorgearbeitet hatten. Denn die Schnittchen, die sie servierten, kamen bestens an.

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