Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Psychiatrie und Neurologie werden eigenständig

Dr. Rolf Drews (links), Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik, und Prof. Dr. Hans-Christian Hansen, Klinik für Neurologie, wollen auch künftig eng zusammenarbeiten.
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Dr. Rolf Drews (links), Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik, und Prof. Dr. Hans-Christian Hansen, Klinik für Neurologie, wollen auch künftig eng zusammenarbeiten.

Das FEK wird als letzte Klinik in Deutschland die Fächer Psychiatrie und Neurologie in zwei Kliniken teilen.

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30. März 2017, 08:17 Uhr

Neumünster | Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus geht ab dem 1. April neue Wege. Das FEK wird dann als letzte Klinik in Deutschland die Fächer Psychiatrie und Neurologie in zwei eigenständige Kliniken teilen. Für die Patienten sollen sich aus der Neuerung keine Nachteile ergeben.

Der Grund für die Trennung liegt für FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen auf der Hand: „Wir wurden für den ärztlichen Nachwuchs immer unattraktiver.“ Viele angehende Ärzte, die beispielsweise Neurologe werden wollen, seien nicht bereit, noch ein zweites Fachgebiet abzudecken. Ein weiterer Vorteil der Neuerung sei laut Alfred von Dollen das künftig klarere Profil des ärztlichen Leistungsangebotes.

Die leitenden Positionen der beiden Bereiche bleiben unterdessen in bewährten Händen. Prof. Dr. Hans-Christian Hansen (58) ist als Chefarzt für die Neurologie zuständig. Dr. Rolf Drews (61), bisher leitender Facharzt der Psychiatrie, wird ab dem 1. April die Position des Chefarztes übernehmen. Drews ist seit 1984 im FEK tätig und zudem ärztlicher Leiter der Fachklinik am Hahnknüll. Spezialisiert ist er unter anderem auf die Schmerztherapie und die forensische Psychiatrie. Der Neumünsteraner bezeichnet sich selbst als „FEK-Patriot“ und schätzt besonders die Teamkultur und die enge kollegiale Vernetzung mit den anderen Berufsgruppen.

Mit seinem Kollegen Hans-Christian Hansen will Rolf Drews auch weiterhin eng zusammenarbeiten, beispielsweise bei Patienten, die unter Demenz oder akuter Verwirrung leiden. „Das ist eine Schnittmenge, die bestehen bleibt“, sagt Drews und erntet Zustimmung von Hansen: „Patienten, die mit körperlichen Störungen psychisch nicht zurechtkommen, sollen auch weiterhin gut aufgefangen werden.“

Auch Alfred von Dollen sieht durch die Trennung der beiden Bereiche nur einen Nachteil. „Wir rechnen mit einem finanziellen Mehraufwand von 300 000 bis 350 000 Euro“, rechnet der Geschäftsführer vor.

Die Klinik für Psychiatrie verfügt über 65 Betten und hat 86 Mitarbeiter. Pro Jahr werden 3600 Patienten ambulant betreut, 1400 stationär. In der Klinik für Neurologie stehen 45 Betten zur Verfügung. 51 Mitarbeiter kümmern sich um die Patienten. Pro Jahr werden 2000 Patienten ambulant und 2200 stationär betreut.

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