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Bandidos gegen Hells Angels : Prozess nach Rocker-Überfall in Neumünster

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Bandidos gegen Hells Angels: 2009 liefern sich die Rocker einen regelrechten Krieg. Bei einem Überfall in Neumünster wird ein Mann schwer verletzt. Auf der Anklagebank sitzt jetzt auch ein bekannter Rechtsextremist.

Kiel | Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in Kiel ein Prozess gegen drei mutmaßliche Rocker der inzwischen verbotenen Bandidos aus Neumünster begonnen. Die Männer sollen laut Anklage am 8. Dezember 2009 in einem von der rechten Szene genutzten Lokal in Neumünster einen Dart-Spieler überfallen und brutal zusammengeschlagen haben. Der Mann leidet noch heute unter Sehstörungen und Albträumen und ist vor dem Kieler Landgericht Nebenkläger. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.  

Dem Staatsanwalt zufolge rechneten die Angeklagten den Dart-Spieler zum Lager der verfeindeten und inzwischen ebenfalls verbotenen Hells Angels aus Kiel. Er arbeitete dort in einem von den Hells Angels betriebenen Eros-Center. Zu den Angeklagten zählt auch der frühere NPD-Landesvorsitzende Peter Borchert (41). Er verbüßt derzeit noch eine mehrjährige Haftstrafe wegen einer Messerstecherei in Neumünster. Laut Anklage sicherte er die Tür, während die beiden Mitangeklagten das damals 45 Jahre alte Opfer mit Fäusten, Fußtritten und einem Gürtel traktierten.

Die Tat ereignete sich während des damaligen sogenannten Rocker-Krieges zwischen Bandidos und Hells Angels. Seit dem Verbot der Rocker-Gruppierungen ist es nach Beobachtungen des Landeskriminalamtes ruhig geblieben. Man verfolge weiter eine Null-Toleranz-Strategie, sagte LKA-Sprecher Stefan Jung.   

Der Prozess wurde nach Anklageverlesung auf Dienstag (14 Uhr) vertagt. Die Verteidigung erhielt nach eigenen Angaben erst am Freitag rund 300 Seiten Akten. Sie rügte zudem eine angeblich fehlerhafte Besetzung des Gerichtes. Eine Schöffin sei zu Unrecht nachnominiert worden. 

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erstellt am 02.Sep.2014 | 06:15 Uhr

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