Faldera : Protest gegen Unterrichtsausfall und Lehrermangel

Eltern und Schüler der Gemeinschaftsschulen Faldera und Brachenfeld demonstrierten am Sonnabend gemeinsam in Faldera gegen die Kürzung von Lehrerstellen.
Eltern und Schüler der Gemeinschaftsschulen Faldera und Brachenfeld demonstrierten am Sonnabend gemeinsam in Faldera gegen die Kürzung von Lehrerstellen.

Mehr als 50 Eltern und Schüler der Gemeinschaftsschulen Faldera und Brachenfeld gingen gegen Pläne der Bildungsministerin auf die Straße.

shz.de von
30. Juni 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | „Lehrereinsparung auf Kosten der Kinder?“ Mehr als 50 Eltern und Schüler der Gemeinschaftsschulen Faldera und Brachenfeld machten ihrem Unmut über die schlechte Unterrichtsversorgung am Sonnabendmorgen vor der Schule in Faldera Luft. Mit Plakaten und Transparenten hatten sich die Demonstranten vor dem Haupteingang versammelt, um Staatssekretär Dirk Lossack aus dem Bildungsministerium ihren Protest gegen die Personalkürzungen in der Lehrerschaft deutlich zu machen.

Anlass des Besuchs von Lossack war dabei die an diesem Morgen in der Schule stattfindende Sitzung des Landeselternrates. Hier sollte er die Pläne von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos), 300 Lehrerstellen zu streichen, erläutern.

Organisiert hatte die kurzfristig angesetzte Versammlung die Vorsitzende des Schulelternbeirates der Faldera-Schule, Dunja Schwab. Diese freute sich über die gute Beteiligung und brachte die Argumente auch gleich noch einmal auf den Punkt. „Wir wollen für unsere Kinder die gleichen Chancen wie sie beispielsweise die Schüler in Bayern haben“, erklärte sie vehement. „Die Schüler in Bayern haben 38 Stunden Unterricht. Bei uns sind es nur 32 Stunden. Zudem wandern die guten Lehrer ab, denn bis hier ein Lehrer eine Stelle findet, hat er drei andere in Süddeutschland“, so die Vorsitzende.

Die Auswirkungen, der sich deutlich verschlechternden Personalsituation macht auch ein kürzlich versendeter Elternbrief der Falderaner Schulleitung deutlich. In Summe wurde hierin eine notwendige Unterrichtsreduzierung von neun Stunden quer durch alle Jahrgänge sowie die komplette Streichung des Wahlpflichtfachbereiches für den 9. und 10. Jahrgang mitgeteilt. Neben drei Stunden Englisch müssen die Schüler künftig auf zwei Stunden Sport sowie auf jeweils eine Stunde Mathematik, Physik, Weltkunde und Kunst verzichten.

„Das ist nicht zu kompensieren. Insbesondere dann nicht, wenn gleichzeitig auch noch
der Inklusionsgedanke gelebt werden soll“, erklärte Dunja Schwab.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen