Protest gegen Sextäter mit wenig Resonanz

Rund 30 Teilnehmer nahmen an der Kundgebung teil und liefen vom Klein-  zum Großflecken, um gegen den in Neumünster lebenden Sexualstraftäter zu demonstrieren. Foto: sen
Rund 30 Teilnehmer nahmen an der Kundgebung teil und liefen vom Klein- zum Großflecken, um gegen den in Neumünster lebenden Sexualstraftäter zu demonstrieren. Foto: sen

Avatar_shz von
22. Oktober 2012, 03:59 Uhr

Neumünster | Die Teilnehmerzahl war deutlich geringer als erwartet: Am Sonnabendvormittag versammelten sich lediglich 30 Teilnehmer auf dem Kleinflecken, um gegen einen einschlägig vorbestraften Sexualstraftäter zu protestieren, der seit dem Frühjahr in Neumünster lebt und für Unruhe in der Stadt sorgt (der Courier berichtete). Die Veranstalterin der Demonstration hatte laut Polizeisprecher Rainer Wetzel mit rund 300 Teilnehmern gerechnet. Die Demo stand unter dem Motto "Wir wollen Sicherheit für unsere Kinder - eingesperrt gehören Kinderschänder".

Per Megafon forderte die Veranstalterin auf dem Kleinflecken, "Kinderschänder wegsperren" und "Opferschutz vor Täterschutz". Mit Plakaten und Schildern mit den entsprechenden Slogans liefen die Protestler vom Kleinflecken über den Mühlenhof, die Schützenstraße und den Schleusberg zum Großflecken. Dort ließen sie Luftballons aufsteigen.

Die Polizei begleitete den Protestmarsch und schaute sich dabei auch die Teilnehmer sehr genau an. Denn bei der letzten Kundgebung derselben Veranstalterin am 8. September dieses Jahres ließen sich unter den Demonstranten viele bekannte Gesichter aus der Neonazi-Szene blicken.

Das rief am Sonnabend auch Vertreter vom "Bündnis gegen Rechts" auf den Plan. Nach deren Angaben gibt es Hinweise im Internet, die auf eine Verbindung der Demo-Organisatorin zur rechten Szene hindeuten.

"Wir möchten die Bürger unserer Stadt eindringlich davor warnen, an den von diesen Veranstaltern organisierten Demonstrationen gegen den Sexualstraftäter teilzunehmen. Es unterstützt ihre menschenfeindliche Politik", teilte das Bündnis in einer Presseerklärung mit, die direkt vor Ort verteilt wurde.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen