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Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 15:54 Uhr

Seekamp : Protest gegen die Baupläne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Interessengemeinschaft von 35 Anliegern kritisiert die geplante Bebauung für das Villengrundstück des ehemaligen Jugendheims

von
erstellt am 20.Sep.2013 | 06:00 Uhr

In Einfeld regt sich massiver Widerstand gegen die Vorschläge der Stadt zur Bebauung des Villengrundstücks am Seekamp 18/18a. Anlieger haben eine „Interessengemeinschaft Seekamp“ gegründet und pochen darauf, dass sich die Planung in die vorhandene Bebauung mit eingeschossigen Einfamilienhäusern einfügt.

„Das Thema berührt die Einfelder“, sagt der frühere Rechtsanwalt und Notar Dr. Gerd-Wilhelm Rocke. „Wenn die Baufelder ausgeschöpft werden, kommt man auf 35 bis 50 Wohneinheiten. Das ist viel zu massiv“, kritisiert auch Neumünsters ehemaliger Stadtbaurat Rolf-Dieter Kamp. Er und Rocke setzen sich nicht zum ersten Mal gegen Baupläne ein: Jahrelang versuchten sie, das Gewerbegebiet an der A7 bei Neumünster-Nord zu verhindern. Kamp engagierte sich auch für mehr Lärmschutz beim Ausbau der Autobahn (der Courier berichtete).

Die Stadt hat in ihrem Vorschlag zur Verwertung des früheren Kirchenkreis-Jugendheims drei Baufelder vorgesehen und beschreibt auch genau, wo und wie groß gebaut werden darf. Im größten Baufeld 3 mit dem Gebäude des Jugendheims dürften demnach 30 Prozent der Fläche zweigeschossig bebaut werden; das sind gut 900 Quadratmeter. Neben den zwei Vollgeschossen wäre auch ein Staffeldachgeschoss erlaubt.

Die Nachbarn Ute und Dr. Hans-Jochim König sehen dadurch die Vorschriften des Baugesetzbuches verletzt, insbesondere das Einfügungsgebot. Das teilten sie auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras in einem Protestschreiben mit. „So ein großer Klotz geht gar nicht“, meint auch Rocke. Viele Einfelder seien gewarnt durch die massive Bebauung an der Dorfstraße. Kamp nennt zwei weitere Negativbeispiele: „Am Looper Weg 20 hat Michel-Bau eingeschossig gebaut – mit drei Dachgeschossen! Und an der Uferstraße 17 gibt es einen Bau mit zwei Vollgeschossen, zwei Dachgeschossen und einem Untergeschoss.“

Kamps Kritik: „Das ist keine städtebauliche Gestaltung, sondern eine Investorenplanung, die den Rahmen der vorhandenen Bebauung missachtet.“ Er fragt, warum nicht fünf Grundstücke für Einfamilienhäuser ausgeschrieben werden oder ganz andere Überlegungen angestellt werden, bei denen der jahrzehntealte Baumbestand geschont werde. Eine Idee könnte etwa ein Seniorenheim mit Park sein. Rocke: „Es geht nur ums Geld. Wenn ein Investor einen Klotz hinsetzt, geht der Naherholungs-Charakter verloren.“

Für Verstimmung sorgt bei den Gegnern auch, dass das Vorhaben nicht zuerst im Stadtteilbeirat beraten, sondern gleich im Bauausschuss beschlossen werden sollte. Dort gab es am 15. August nur deshalb keine Entscheidung, weil das Thema wegen der zu vollen Tagesordnung nicht mehr behandelt wurde. „Das ist für mich ein Zeichen, dass die Stadt die Bürger und die Stadtteilbeiräte nicht ernst nimmt“, sagt Rocke.

Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock war von vielen Bürgern auf das sensible Thema angesprochen worden und hatte dem Courier gegenüber ebenfalls Bedenken gegen die Planungen angemeldet. Er möchte auch andere Nutzungen prüfen lassen. Auf der Tagesordnung der extra angesetzten Stadtteilbeiratssitzung am Dienstag, 24. September, um 19.30 Uhr (Aula Alexander-von-Humboldt-Schule) steht das Thema Seekamp ganz oben. Die Einfelder sollen mitreden können. Der Stadtteilbeirat will sein Votum zwei Tage später bei der Bauausschuss-Sitzung vortragen. Der Bauausschuss tagt am Donnerstag, 26. September, um 17.30 Uhr im Rathaus, Raum 2.5/2.6.

 

 

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