Windkraft : Protest aus Mittelholstein

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Die Unterschriftenlisten wurden gestern in Kiel übergeben.

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05. Dezember 2017, 09:00 Uhr

Aukrug | Rund 3000 Unterschriften haben Windkraftgegner von zwei Bürgerinitiativen aus dem Amt Mittelholstein gesammelt, um zwei Volksinitiativen des Landesverbands „Gegenwind“ zu unterstützen. 47 000 Unterschriften überbrachte der Landesverband gestern dem Landtag in Kiel – und mit dabei waren auch die 3000 Unterschriften aus Mittelholstein.

„Auf den letzten Metern haben wir Windkraftgegner noch einmal alle Kräfte für zwei Volksinitiativen mobilisiert, die der Landesverband Gegenwind im vergangenen Winter auf den Weg gebracht hat“, sagt Stefanie Viereck von der Nienborsteler Bürgerinitiative „Windjammer“. „Gegenwind“ will zwei Forderungen durchsetzen: zum einen Mindestabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung in der zehnfachen Höhe der Anlage (sogenannte „10 H-Regelung“), zum zweiten ein verbrieftes Mitbestimmungsrecht für Bürger und Gemeinden. Um Unterschriften für diese Volksinitiativen zu sammeln, haben die Bürgerinitiativen Naturpark Aukrug und „Windjammer“ Nienborstel in den vergangenen Monaten acht Infostände in der Region organisiert und in Hohenwestedt einen Informationsabend zum Thema „Windkraft auf dem Prüfstand“ veranstaltet. „Spätestens da haben wir gemerkt, wie sehr das Thema den Menschen unter den Nägeln brennt“, meint Stefanie Viereck. Den Kreis Rendsburg-Eckernförde habe es im jüngsten Entwurf des Regionalplans „besonders hart getroffen“, so Stefanie Viereck: „Wir haben aber nicht am eigenen Gartenzaun Halt gemacht, sondern neben Aukrug, Hohenwestedt und Nortorf auch in Kellinghusen, Wrist und Itzehoe tatkräftig Nachbarschaftshilfe geleistet.“

„Insgesamt dürften dabei gut 3000 Unterschriften zusammengekommen sein“, schätzt der stellvertretende Bürgermeister von Meezen, Hartmut Ralf, der sich in der Bürgerinitiative Naturpark Aukrug engagiert.

Jede der beiden Volksinitiativen hat das Soll von 20 000 Unterschriften deutlich überschritten. Jetzt muss der Landtag sich mit den Forderungen befassen. Die Windkraftgegner drängen vor allem darauf, dass bei der Ermittlung der Lärmbelästigung durch Windkraftanlagen ein Verfahren angewendet wird, das die tatsächliche Höhe und Beschaffenheit der Schallquelle (also des Windrads) berücksichtigt.

Acht Monate hat der Landtag Zeit, um über die Forderungen der beiden Volksinitiativen zu entscheiden.

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