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Anwohner in Angst : Prostitution am Friedhof in Neumünster?

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An der Plöner Straße in Neumünster stehen abends regelmäßig junge Frauen - direkt vor dem Friedhof. Gelegentlich steigt eine in ein Auto. Anwohner sind sich sicher: Es sind Prostituierte.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2013 | 10:50 Uhr

Neumünster | Das ist neu in Neumünster: An der Plöner Straße scheint sich so etwas wie ein kleiner Straßenstrich entwickelt zu haben. Ausgerechnet vor dem Südfriedhof stehen in den Abendstunden regelmäßig junge Frauen herum, meist ab 19 Uhr.
Anwohner und Friedhofsbesucher beobachten die Frauen schon eine Weile; im Internetportal Facebook wird viel spekuliert. Die Frauen telefonieren viel, verhalten sich aber meistens unauffällig und tragen normale Straßenkleidung. Nachbarn haben beobachtet, dass die Rumäninnen gelegentlich in Autos einsteigen und stadtauswärts fahren.

Anwohner haben Angst

"Angefangen hat alles in der Hanssenstraße. Seit Mitte Juni stehen bis zu drei junge Frauen jetzt an der Bushaltestelle. Sie verhalten sich normalerweise ruhig, aber wenn Männer vorbeikommen, werden ihnen ganz eindeutige Angebote gemacht", erzählt eine Anwohnerin. Sie möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, denn sie hat wie viele in der Gegend Angst vor den unbekannten Männern im Hintergrund, die ab und zu die Lage kontrollieren. "Die jungen Männer tauchen immer mal wieder auf und sprechen mit den Frauen. Es ist schon erschreckend und nicht mehr schön, hier in der Gegend zu wohnen", sagt die Anwohnerin.
Viele Nachbarn, so erzählt sie weiter, hätten sich schon beim Ordnungsamt beschwert, doch da habe man immer nur abgeblockt. Manche hätten schon resigniert, andere hingegen planten nun eine Unterschriftenliste, damit sich endlich etwas bewege.

Polizei beobachtet Situation

Der Polizei ist die Sache bekannt. "Wir haben die Personalien der Frauen überprüft und beobachten die Situation. Aber es liegt nichts gegen die Damen vor", sagte Polizeisprecher Rainer Wetzel. Man wisse nicht einmal sicher, ob die Frauen der Prostitution nachgingen. Und selbst wenn: Das wäre nicht verboten. So lange niemand belästigt werde, weder Drogen noch Gewalt im Spiel seien, die Friedhofsruhe oder die nahe gelegene IGS Brachenfeld nicht gestört werde, habe die Polizei keine Handhabe. Das ist auch die Linie der Stadtverwaltung: "Wir beobachten die Sache intensiv und prüfen in enger Abstimmung mit der Polizei mögliche Maßnahmen", sagte Stadtsprecher Stephan Beitz.
Im Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg wird die Situation am Friedhof nun Thema einer Sondersitzung. "Das können wir nicht einfach so hinnehmen", erklärte Stadtteilvorsteher Uwe Holtz am Donnerstag gegenüber dem Holsteinischen Courier. Der Termin für die Sitzung soll kurzfristig bekanntgegeben werden.

Hinweise über Belästigung oder Straftaten nimmt die Polizei unter Tel. 04321-9450 entgegen.

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