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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 05:14 Uhr

Am Teich : Promenade bekommt die Bäume zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im November werden Am Teich Stieleichen gesetzt. ECE zahlt die Kosten als Ausgleichsmaßnahme für gefällte Bäume an der Kaiserstraße.

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Neumünster | Gut sechseinhalb Jahre nach der umstrittenen Abholzung der kranken Lindenreihe wird die Promenade in der Straße Am Teich jetzt wieder begrünt. Die Stadt setzt im November 20 Stiel- oder Säuleneichen. Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht.

„Die Bäume sind ausgesucht. ECE muss aber seine Baustelle noch abräumen. Die Straße Am Teich muss für die Pflanzung frei sein“, sagte Grünflächen-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker auf Nachfrage. Die Stadt werde aber keinen zeitlichen Druck ausüben.

Immerhin bezahlt ECE die Bäume und die Pflanzaktion auch in voller Höhe. „Das ist eine Ausgleichsmaßnahme für die Fällung von Bäumen an der Kaiserstraße“, sagte Stadtplaner Bernd Heilmann. „Für das Grün in der Stadt ist das ein Ersatz und kein Mehrwert“, so Heilmann. Die Stadt habe für die Bäume keine Städtebaufördermittel erhalten, aber unter dem Strich auch keine Kosten gehabt, da ja ECE bezahlt.

Die Pflanzlöcher für die Bäume waren bei der Anlage des Pflasters vor fünf Jahren gleich mit vorgesehen worden. „Da ist Pflanzsubstrat drin, das muss jetzt nach so langer Zeit aber überprüft werden“, sagte Heilmann. Und dann können die neuen Bäume auch schon eingepflanzt werden. Heilmann: „Die Stadtplanung und auch externe Planer halten das für äußerst sinnvoll und richtig, Bäume zu setzen. Auch stadthistorisch standen da immer Bäume.“ Stieleichen hätten dabei einen großen Vorteil gegenüber anderen Baumarten. „Sie wachsen schlank empor und nicht in der Krone zusammen wie Linden“, so Heilmann. Der Blick auf die Bebauung bleibe so frei.

Selten trieb eine Debatte so seltsame Blüten wie die um den Ersatz für die Linden. Plädierte die Verwaltung zunächst für asiatische Ginkgos, wollten SPD und Linke von Anfang an einheimische Säuleneichen. Mit der Mehrheit von CDU, FDP und auch Grünen entschied der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss 2009: Es gibt vorerst keine Bäume.

CDU-Ratsfrau Helga Bühse findet es auch heute noch „einfach schöner, den freien Blick zu haben. Aber das ist politisch anders entschieden worden.“ Im Juni 2014 plädierte die Ratsversammlung mit klarem Votum von 25 zu 15 Stimmen für die jetzt kommende Bepflanzung. Allein CDU und FDP stimmten damals dagegen.

Der Umweltverband der Naturfreunde sieht sich in seinem jahrelangen Einsatz für die Pflanzung bestätigt. Er hatte die Fällung der Linden moniert und die Pflanzung neuer heimischer Bäume gefordert. Bäume trügen zur „Verbesserung des Stadtklimas“ und zur „Verschönerung des Straßenbildes“ bei, heißt es in einer Erklärung der Naturfreunde. „Wir Naturfreunde sind stur“, brachte es Dieter Reese auf eine Kurzformel.

 

 

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