Bauausschuss : Projekthaus wird 1,4 Millionen Euro teurer

Derzeit noch eine verwunschene Brache hinter der Kasernenmauer: Auf diesem Eckgrundstück der ehemaligen Sick-Kaserne soll das neue Familienzentrum entstehen. Zur Orientierung: Die Häuserzeile links im Bild steht an der Werderstraße, die Wohnblocks im Hintergrund sind am Hansaring.
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Derzeit noch eine verwunschene Brache hinter der Kasernenmauer: Auf diesem Eckgrundstück der ehemaligen Sick-Kaserne soll das neue Familienzentrum entstehen. Zur Orientierung: Die Häuserzeile links im Bild steht an der Werderstraße, die Wohnblocks im Hintergrund sind am Hansaring.

Bauverwaltung räumt Panne bei der Kostenkalkulation ein. Das Jugendheim mit Kita und Familienzentrum wird jetzt auf 4, 7 Millionen Euro veranschlagt

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04. Juli 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Der Neubau des „Projekthauses“ an der Werderstraße wird erheblich teurer als geplant: Kalkulierte die Stadt für die ehrgeizige Kombination aus Kita, Jugend- und Familienzentrum bislang Gesamtkosten von rund 3,3 Millionen Euro, legte die Stadt im Bauausschuss jetzt eine Kostenrechnung über 4,7 Millionen Euro vor.

Grund für die urplötzliche Teuerung: Bei der Kalkulation der Kosten war der Verwaltung im vergangenen Jahr ein gravierender Fehler unterlaufen. Um eine möglichst realistische Kostenschätzung zu erreichen, hatten die Planer ein vergleichbares Zentrum als Kalkulationsbasis herangezogen, bei der Umrechnung auf das Neumünsteraner Projekt aber versehentlich den Anteil der Städtebauförderung als Gesamtbetrag zugrunde gelegt. Eine „blöde Flüchtigkeit“, wie Stadtplanerin Sabine Schilf auf Nachfrage kleinlaut einräumte.

Nach der neuen Kalkulation schlägt die geplante neue Kita inklusive Krippe mit 1,9 Millionen Euro, das Jugendzentrum mit knapp 1,6 Millionen und das angeschlossene Familienzentrum mit rund 470 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen die Kosten für einen gemeinsam zu nutzenden Bewegungsraum (für Veranstaltungen, Gymnastik, Kinderturnen etc.) über rund 700 000 Euro. Die Stadt rechnet mit 3,3 Millionen Euro aus der Städtebauförderung sowie 460  000 Euro Bundes- und 360  000 Euro Landesmittel. Der städtische Anteil liegt danach bei rund 530  000 Euro.

Bereits Ende August 2013 hatte die Ratsversammlung beschlossen, dass Jugendzentrum Projekthaus von dem zu engen und nicht barrierefreien Standort an der Wasbeker Straße in einen Neubau zur Werderstraße zu verlegen, und mit einer neuen Kita und einem Familienzentrum zu verbinden.

Das ausgesuchte Eckgrundstück auf der ehemaligen Sick-Kaserne gehört derzeit noch der Wobau. Die hatte angeboten, das Projekt selbst umzusetzen und an die Stadt zu vermieten. Die Ratsversammlung entschied sich anders und stützte sich dabei auf die Kostenkalkultion der Verwaltung. Danach fährt die Stadt wesentlich günstiger, wenn sie das Brachgelände kauft und dort selbst aktiv wird. Hauptargument der Planer damals: Im Gegensatz zur Wobau könne die Stadt Mittel aus der Städtebauförderung beantragen. Das gilt den Stadtplanern zufolge auch nach der neuen Kostenkalkulation.

Wegen der anspruchsvollen Planungen für eine möglichst effiziente Verknüpfung von Kita, Jugendtreff und Familienzentrum will die Stadt für das Projekt einen Architektenwettbewerb ausloben. Für die Jury soll neben drei renommierten Architekten auch die Hannoveraner Landschaftsarchitektin Johanna Sievers gewonnen werden. Sie hat in Neumünster zuletzt den Faldera- Park umgestaltet. Für den Wettbewerb ist ein Preisgeld von 48 000 Euro ausgesetzt. Das Preisgericht selbst kostet die Stadt rund 12 000 Euro. Der Bauausschuss genehmigte die Planungen einstimmig. Das letzte Wort hat die Ratsversammlung, sie tagt am 14. Juli.

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