zur Navigation springen

Ratsversammlung : Projekthaus: Städtischer Bau wird billiger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Miete kostet über 25 Jahre gerechnet eine Million Euro mehr

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Die Verlegung der Kinder- und Jugendeinrichtung Projekthaus von der Wasbeker Straße an die Werderstraße kommt die Stadt deutlich billiger, wenn sie am neuen Standort selbst baut. 3,3 Millionen Euro kostet der Neubau, der neben dem Jugendtreff auch eine Kindertagesstätte und ein Familienzentrum beherbergen soll.

Durch erhebliche Städtebaufördermittel müsste die Stadt einmalig aber nur 1,65 Millionen Euro selbst aufbringen. Für die Gebäudeunterhaltung rechnet die Stadt mit knapp 300 000 Euro in den kommenden 25 Jahren.

Die CDU wollte dagegen prüfen lassen, ob die Stadt nicht viel Geld sparen kann, wenn sie freie Träger mit dem Projekt betraut. Ratsfrau Helga Bühse nannte Lübeck als Modell. In der Hansestadt plante und baute die dortige Wohnungsbaugesellschaft Kitas. „Das sollte auch in Neumünster möglich sein“, sagte Helga Bühse und sah darin gleich mehrere Vorteile. Neben den Finanzierungs- und Unterhaltungskosten könne die Stadt auch noch die Grunderwerbssteuer sparen.

Die Wobau sei vom Grundsatz her bereit, auf ihrem eigenen Grundstück an der Werderstraße eine Kita zu bauen und Gespräche mit möglichen Trägern zu führen, bestätigte Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth. Doch die Rechnung der CDU geht für ihn nicht auf. „Auf die Stadt würden Zusatzkosten von etwa einer Million Euro zukommen“, sagte Humpe-Waßmuth.

Verwaltungschef Dr. Olaf Tauras plädierte aus den gleichen Gründen für einen städtischen Eigenbau. Dem CDU-Antrag liege ein Missverständnis zugrunde: In Lübeck wurde mit zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert, die natürlich bedient und getilgt werden müssten. In Neumünster winken dagegen Fördermittel, der städtische Eigenanteil betrage nur 15 Prozent. Außerdem müsste die Stadt bei einem Bau über die Wobau Miete an ihre Tochter zahlen. In 25 Jahren seien das gut drei Millionen Euro.

CDU-Ratsherr Gerd Kühl überzeugte das nicht. „Wir benötigen das Gebäude vielleicht nur zehn oder 15 Jahre lang. Dann wird es billiger, wenn wir es mieten“, sagte er. In der Ratsversammlung drang die CDU mit ihrem Prüfantrag aber nicht durch. Die klare Ratsmehrheit beauftragte die Verwaltung, das Grundstück zu kaufen und einen Bauwettbewerb auszuschreiben. Axel Westphal (SPD): „Viel günstiger kann das Projekt nicht werden. Wir stehen unter Zeitdruck. Lassen Sie uns das Projekthaus auf den Weg bringen, bevor die Fördermittel weg sind.“ Für Hans Heinrich Voigt (Grüne) macht ein Wechsel der Trägerschaft zudem keinen Sinn. „Das Projekthaus macht seit Jahren gute Arbeit“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen