zur Navigation springen

Mobilität im Alter : Projekt soll den Rollator gesellschaftsfähig machen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Projekt ist Teil eines bundesweiten Wettbewerbs und hat das Ziel, die Stadt mobilitätsfreundlicher zu gestalten.

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Neumünster | Immer mehr ältere Menschen in der Stadt sind auf einen Rollator angewiesen – doch im Alltag stoßen sie damit häufig auf Hindernisse. Um das zu ändern, haben Cornelia Schlick und Nicole Pingel von der Fachschule für Motopädagogik das Modellprojekt „Eine Stadt rund um den Rollator“ ins Leben gerufen.

Was sich hinter der Aktion verbirgt, stellte Nicole Pingel auf der gestrigen Sitzung des Seniorenbeirats vor. „Das Projekt ist ein Teil des Wettbewerbs ‚Mobilität im Alter‘, der von der Robert-Bosch-Stiftung ausgeschrieben wurde. Bundesweit wurden 120 Ideen eingereicht, und unser Projekt gehört zu den 20, die gefördert werden“, sagte Nicole Pingel. Pro Projekt fließen bis zu 10  000 Euro, die beispielsweise für Material, Mitarbeiter und Räume genutzt werden können. Als Kooperationspartner des Neumünsteraner Projektes sind unter anderem der Kreissportverband und das Seniorenbüro mit im Boot.

„Das Ziel ist, die Stadt mobilitätsfreundlicher zu gestalten“, sagte Nicole Pingel. Aktionstage zum Umgang mit dem Rollator, wie sie bereits im Museum stattgefunden haben, sollen auch zukünftig angeboten werden. Auch die Rollator-Fit-Kurse im Caspar-von-Saldern-Haus sollen fortgeführt und weitere Ausbilder geschult werden. „Wir überlegen zudem, die Treffpunkte für Rollator-Nutzer in die einzelnen Stadtteile zu tragen“, erklärte Nicole Pingel, die großen Wert darauf legt, die Senioren in die Planungen einzubinden: „Die Nutzer sollen selbst sagen, wo sie auf Probleme stoßen.“ Romi Wietzke vom Seniorenbüro kündigte an, dass bereits Planungen laufen, um ein umfassendes Meinungsbild der Rollator-Nutzer einzuholen.

Bei Heinz Fieroh stießen die vorgestellten Ideen auf ein positives Echo. „Eine wichtige Frage bleibt jedoch. Wie bringt man Menschen generell dazu, einen Rollator zu nutzen, denn viele schämen sich dafür“, sagte der Vorsitzende des Seniorenbeirats. Das Problem mit der falschen Scham ist auch Nicole Pingel bestens bekannt. Diese Ängste ließen sich am besten abbauen, wenn der Rollator als Hilfsmittel immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rücke: „Unser Ziel ist es, den Rollator gesellschaftsfähig zu machen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen