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Statt-Theater : Programm mit Bart, Axt und Rätseln

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auftakt zur Reihe „Programm mit Gift“ / Kabarettist Patrick Salmen kam beim Publikum im ausverkauften Statt-Theater sehr gut an

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Der Mann ist ne Wucht. Ob er von rostroten Bärten schwärmt, neue Rätsel vom Ratefuchs zum Besten gibt oder verbal die Axt schwingt, im Soloprogramm von Patrick Salmen vergeht keine Minute, in der das Publikum nicht mit Freuden lauscht. Am Sonnabend war der Wuppertaler Künstler zu Gast im Statt-Theater. Für die Veranstalter hätte der Start in die neue Saison vom „Programm mit Gift“ nicht besser sein können. Trotz klirrender Kälte war die Veranstaltung restlos ausverkauft. 180 Gäste wollten sich „Ich habe eine Axt“ anschauen. Das war der Name des Programms und laut Salmen „der schönste Satz, den die deutsche Sprache hervorgebracht hat“. Nun ja.

Launig begann der Abend, nachdem der Sprachkünstler die Bühne betreten hatte und Anekdoten von seinen Konzertreisen erzählte. Der Weck-Anruf in einem Wiener Hotel, der mit einem Schnurren des Nachtportiers endete; die Geschichte vom Bühnentechniker, der vor dem „Loch für den Floristen“ warnte und doch nur den Souffleurkasten meinte – und die eigens vom Kabarettisten aufgestellte Zehn-Sekunden-Regel zeugten von Salmens außerordentlicher Beobachtungsgabe für die kleinen Absurditäten des Alltags. Das Publikum amüsierte sich köstlich.

Weiter ging es mit einer Lektion zum Thema Beliebtheit. Schlaue Worte oder Generosität sind laut Salmen völlig überschätzt. „Abwesenheit. Darin liegt das Geheimnis von Beliebtheit“, war er sich sicher. Der Bart des Künstlers spielte die Hauptrolle in der Geschichte „Rostrot, Kupferbraun, fast Bronze“, mit der Patrick Salmen 2010 „Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam“ wurde, und die er nun pointiert vorlas.

Fünf selbstgeschriebene Geschichten gab der Bühnenliterat im Statt-Theater zum Besten. Dazwischen erwies er sich wieder als Erzähler herrlich abwegiger Alltagssituationen. Mal böse, die Zehn-Sekunden-Regel befolgend: „Ich zähle jetzt bis zehn, und wenn Sie dann nicht weg sind, schieß ich Ihnen ’ne Ladung Schrot ins Gesicht“, dann wieder Mut machend: „Du kannst alles schaffen, es sei denn: Es ist zu schwierig.“

Patrick Salmen hielt auch charmante Vorträge mit einer guten Portion Selbstironie. Und dann gab es natürlich noch neue Rätsel vom Ratefuchs. Sie gehören inzwischen zum festen Programmpunkt: Patrick Salmen stellt eine Frage, und das Publikum muss als Antwort eine Stadt erraten. Ein Beispiel: „Hast du diesen Geländewagen schon lange“? „Nein, ich Stalingrad.“

Zweieinhalb Stunden zog der sympathische Wuppertaler das Publikum allein und nur mit Worten in seinen Bann, und selbst den tosenden Applaus am Ende der Veranstaltung gab er gerne an das Team des Statt-Theaters weiter.

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