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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 11:21 Uhr

Alte Feuerwache : Probleme mit dem Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der alten Feuerwache gehen die Arbeiten wegen fehlender Genehmigungen nur schleppend voran. Es gab viele Einbrüche in den Komplex.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Anwohner wundern sich, einige sind sogar verärgert über den Zustand der Außenanlagen: Auf dem Gelände der alten Feuerwache an der Wittorfer Straße passiert im Moment nicht viel. Rasen und Hecken wachsen, Handwerker sieht man nur selten, auch Baulärm ist kaum zu hören. Die Wobau hatte das Areal Ende vergangenen Jahres für 800  000 Euro von der Stadt gekauft und will dort exklusive Miet- und Eigentumswohnungen bauen. Auch die Geschäftsstelle soll von der Beethovenstraße dorthin verlagert werden (der Courier berichtete). Hauptgrund für den schleppenden Fortschritt ist nach Angaben von Geschäftsführer Uwe Honsberg die bei der Bauaufsicht ansässige untere Denkmalschutzbehörde der Stadt.

„Wir wären gerne schneller, aber es dauert alles sehr, sehr lange“, sagt Honsberg. Er nennt ein Beispiel. Die ehemalige Leitstelle der Feuer- und Rettungswache soll zu einer Wohnung für einen sogenannten „Doorman“ werden. Das ist eine Art Sicherheitsmann, der für die späteren Bewohner des Komplexes zum Beispiel Besucher empfängt und weiterleitet oder Einkäufe und kleine Dienstleistungen erledigt.

„In der Leitstelle müssen wir eine Wand einziehen und haben den Antrag gestellt. Die Genehmigung haben wir jetzt aber nur, weil die Denkmalschutzbehörde nicht fristgerecht geantwortet hat und uns nach Landesrecht damit automatisch das Baurecht zusteht. Diesen Umstand haben wir der Stadt über einen Anwalt jetzt auch mitgeteilt“, sagt Honsberg. Ähnlich langsam geht es in den ehemaligen Verwaltungsgebäuden zu. Jedes Fenster und jede Tür und auch die Farbe des Fußbodens müssen mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. „Das braucht viel Zeit, deshalb hat man von außen den Eindruck, es passiert nichts.“ Die Stadt war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hinzu kommt, dass die Baustelle in den vergangenen Monaten in ungewöhnlich starkem Maße von Neugierigen und auch von Dieben heimgesucht wurde. „Es wurden Kabel geklaut und Fenster eingeworfen. Immer wieder standen plötzlich Unbekannte vor den Bauarbeitern, die sich angeblich einfach nur mal umschauen wollten“, beschreibt Honsberg. Deshalb hat die Wobau nun einen Sicherheitsdienst beauftragt – mit Erfolg: Seitdem die Baustelle überwacht wird, gab es keine unliebsamen Überraschungen mehr.

Honsberg hofft, dass trotz des Verzugs bis Ende des Jahres die meisten denkmalrechtlichen Maßnahmen abgeschlossen werden können. Denn Anfang des Jahres will sich die Wobau mit einem neuen Auftritt und neuen Logo präsentieren. Und er verspricht allen skeptischen Nachbarn: „Wenn wir wissen, dass keine Gerüste mehr aufgestellt werden müssen, kümmern wir uns auch um die Außenanlagen.“

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