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Hochschulstandort : Private Universität in Neumünster hört zum Sommer auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Northern Business School aus Hamburg beklagt fehlende Unterstützung von Firmen.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 15:00 Uhr

Neumünster | Drei Jahre nach der Einrichtung eines berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs zieht sich die Northern Business School (NBS) wieder aus Neumünster zurück. „Zum Sommer ist Schluss“, bestätigte gestern Mirko Knappe, Gründungsgeschäftsführer der staatlich anerkannten Hochschule in privater Trägerschaft mit Sitz in Hamburg. Als Grund nennt er die mangelnde Unterstützung von Unternehmen in der Stadt.

„Große und namhafte Firmen aus Neumünster, die am Anfang laut gerufen haben, dass sie Nachwuchs und Fachkräfte in der Region halten wollen, haben nichts zum Erfolg beigetragen. Das waren reine Lippenbekenntnisse“, bedauert Knappe. Die rund 15 Studenten pro Semester seien ausschließlich aus eigenem Antrieb zur NBS gekommen. Zunächst wurden sie im Log-In an der Memellandstraße unterrichtet, zuletzt an der Theodor-Litt-Schule. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt und den Schulen klappte gut“, hebt Knappe hervor. Auch politisch sei das Projekt von einigen Ratsfraktionen unterstützt worden, wenngleich es auch immer mal wieder kritische Stimmen gegeben habe. „Das war durchwachsen“, sagt Knappe.

Am 18. Februar 2012 hatte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die ersten Bachelor-Studenten im Studiengang Betriebswirtschaft in Neumünster begrüßt. Damals war die Kooperation mit der Fachhochschule Flensburg und der NBS innerhalb eines Jahres zustande gekommen. Die Lehrveranstaltungen fanden berufsbegleitend am Freitagabend und Sonnabend statt. Die Studenten mussten Studiengebühren zahlen.

„Schwerpunktmäßig haben wir uns in Neumünster auf die Bereiche Handel und Logistik konzentriert, weil das ausdrücklich der Wunsch der Unternehmen war. Die Studenten, die kamen, wollten aber andere Bereiche wie Marketing und Personal kennen lernen“, sagt Knappe. Konsequenz: Immer mehr Studenten aus der Region wanderten zum NBS-Stammsitz nach Hamburg ab. „Dort gibt es eine große Unterstützung, nicht nur aus der Politik, sondern eben auch von den Firmen. Ganz neu haben wir dort zwei Studiengänge etabliert, die die staatlichen Hochschulen nicht abdecken. Das ist das beste Beispiel, dass es klappen kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt Knappe und verweist auf 1200 Vollzeit- und Teilzeitstudenten in der Hansestadt – Tendenz steigend. Eines ist Mirko Knappe aber wichtig: „Wir gehen jederzeit gerne wieder eine Kooperation in Neumünster ein, wenn wir ernst gemeinte Anfragen bekommen. Denn die Bildung junger Menschen liegt uns am Herzen.“

Trotz des Weggangs der NBS gibt es mit dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus und dem Lebensmittelinstitut KIN noch Einrichtungen der Lehre und Forschung in der Stadt. Die 1985 eingerichtete Nordische Universität scheiterte aufgrund mangelnder Liquidität bereits im Jahr 1990.

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