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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Private Spenden sind überlebenswichtig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am FEK wird über eine professionelle Fundraising-Stelle diskutiert / Das Land zahlt nur die Hälfte der Investitionskosten

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 09:30 Uhr

Neumünster | Hinge der Patient Friedrich-Ebert-Krankenhaus nur am Tropf des Landes, wäre er schon lange tot. „Von unseren Investitionskosten in Höhe von vier Millionen Euro im Wirtschaftsplan 2016 bekommen wir gerade einmal zwei Millionen aus Kiel zurück“, sagt FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen. Seit 1999 sei die Finanzpauschale nicht mehr angepasst worden. Deshalb werden private Spenden für die Klinik immer wichtiger. In der Diskussion ist nun das sogenannte Fundraising, das professionelle Einwerben von privaten Geldern nach amerikanischem Vorbild.

Bisher läuft der Großteil an Spenden über den FEK-Förderkreis mit seinen 160 Mitgliedern. Gut 71  000 Euro konnten 2015 verbucht werden. Hinzu kamen noch einmal 32  000 Euro, die direkt auf ein Spenden-Sonderkonto des Krankenhauses gingen, darunter auch Nachlässe. „Jeder Cent ist wichtig und kommt auch direkt dort an, wo der Spender es will“, betont Marketing-Chefin Maren von Dollen. Sie würde gerne das Fundraising einführen. „Es gibt da viele Möglichkeiten und Ideen, um an zusätzliches Geld zu kommen.“

Ihr Mann ist noch skeptisch, rechnet betriebswirtschaftlich: „Die zusätzliche Stelle eines professionellen Geldeinwerbers müsste sich selbst finanzieren, und es sollte noch obendrauf etwas rauskommen.“ Dennoch räumt er ein: „Wir müssen neue Wege erkunden.“

Spenden fließen bisher vor allem an die Kinder- und die Palliativstation sowie an die Klinik-Clowns. „Die emotionale Bindung ist dort am größten. Und Firmen erreichen das beste Image“, sagt Alfred von Dollen. Bräuchten andere Klinikbereiche wie die Innere Medizin, die Chirurgie oder gar die Verwaltung neue Geräte, locke man damit niemand hinter dem Ofen hervor. „Das ist leider nicht öffentlichkeitswirksam“, bedauert er. Dabei sind die Kosten gerade im IT-Bereich deutlich gestiegen. „In den 90er-Jahren hatten wir nur ein paar PCs, mittlerweile sind es über 700, und die Programme werden genauso wie die Apparate auf den Stationen immer teurer“, sagt Alfred von Dollen.

Vorsicht ist geboten, wenn Pharma-Konzerne, Medizinprodukte-Hersteller oder andere Unternehmen ans FEK herantreten und Geld anbieten. „Da kommen wir ganz leicht in den Bereich der Bestechung“, warnt der Klinik-Chef. Transparenz ist ihm aber wichtig.

Seine Frau will sich in dem Bereich Fundraising weiter auf Messen und Veranstaltungen fortbilden. „Andere Einrichtungen wie die Diakonie in Neumünster oder das UKSH machen das ja auch bereits“, sagt sie.

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