zur Navigation springen

Rendsburger Strasse : Private „Knöllchen“ sollen Fremdparker abschrecken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Hamburger Firma überwacht seit kurzem, ob die Nutzungsbedingungen eingehalten werden und kassiert bei Verstößen auch Verwarngelder. Das ist legal.

Neumünster | Wer auf dem Parkplatz am Büro- und Gewerbekomplex an der Rendsburger Straße 4-8 ohne Parkscheibe oder länger als drei Stunden parkt und keine Firma oder Arztpraxis in dem Haus besucht, muss seit einigen  Tagen mit einem 30 Euro teuren Knöllchen von „Playfair-Parking“ rechnen. Das bundesweit agierende  Hamburger Unternehmen hat sich auf die Überwachung von Privatparkplätzen spezialisiert, auf denen es Probleme mit Dauer- und Fremdparkern gibt. Beauftragt wurde die Firma vom Grundstückseigentümer. Große Schilder an den Zufahrten machen auf die neuen „Nutzungs- und Abstellbedingungen“ aufmerksam.

„Der Parkplatz an der Rendsburger Straße leidet massiv unter der städteplanerischen Fehlentwicklung von Neumünster, da die Stadt zu wenig Parkplätze in der Innenstadt vorhält. Besucher der City, Mitarbeiter umliegender Bürogebäude und der Holsten-Galerie  oder Pendler nutzen  widerrechtlich diese Flächen“, sagt   Moritz Dohna, Geschäftsleiter von Playfair-Parking. Die Parkplätze seien aber   ausschließlich  für die Besucher der Geschäfte und Arztpraxen in dem Gebäudekomplex vorgesehen.  Früher waren hier Expert und Brinkmann.

Froh über die neuen Kontrollen ist Torsten Kehlert, Inhaber  des dort ansässigen Küchenstudios. „Hier haben immer schon Bahnpendler geparkt. Seit aber die Holsten-Galerie geöffnet hat, wurde die Situation unerträglich. Vor allem Beschäftigte der Galerie stellten hier morgens ihren Wagen ab und ließen ihn dann bis zum Feierabend stehen, so dass meine Kunden und ich hier nichts mehr gefunden haben“, sagt er.  Mittlerweile habe sich die neue Regelung herumgesprochen, die Situation entspanne sich etwas. „Ich finde es schon nett, dass der Eigentümer hier jeden drei Stunden kostenlos parken lässt“, sagt Kehlert.

Geschäftsleiter Doha meint: „Wir bekommen von vielen Passanten  Lob für unsere Arbeit. Teilweise wird uns auch mitgeteilt, dass man sich über die Parksituation in Neumünster allgemein ärgert, weil Kontrollen zu wenig umgesetzt werden und die Leute wild parken.“

Wer die 30 Euro nicht zahlt, bekommt nach zehn Tagen eine Mahnung mit weiteren 15 Euro.  „Sollte sieben Tagen nach der Mahnung immer noch kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, werden die Fälle direkt an unsere Anwälte weitergeleitet“, sagt Moritz Doha.   Die Gebühren  seien notwendig,  um wirtschaftlich zu arbeiten. „Für die Auftraggeber  sind wir in der Regel günstiger als die Anschaffung eines Schrankensystems, welche häufig im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen und diverse Risiken mit sich bringen“, sagt Doha.

Wer erwischt wurde und sich an Polizei oder Stadt wendet, hat dort mit einem Widerspruch keine Chance. „Das ist eine rein privatrechtliche Angelegenheit. Die Betroffenen müssten sich einen Anwalt nehmen“, erklären Udo Wachholz, Fachdienstleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung und Polizeisprecher Sönke Hinrichs. „Genau genommen sind die Zettel an der Windschutzscheibe auch keine Knöllchen, sondern Hinweise, dass ein Anspruch des Eigentümers geltend gemacht wird“, sagt Wachholz. Dass Playfair-Parking  bei der Verkehrsbehörde Halter abfrage, um an das Verwarngeld zu kommen, sei rechtmäßig. „Es muss allerdings der Anspruch glaubwürdig begründet werden“, betont Wachholz.  Die private Parkraumüberwachung gebe es in Großstädten wie Hamburg schon länger, sagt der Fachdienstleiter.  Für Moritz Doha steht fest: „Unsere Firma arbeitet gesetzestreu.“

zur Startseite

von
erstellt am 03.Dez.2015 | 18:28 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen