Schillsdorf : Prien ist Bauernchef in Bokhorst

Thomas Prien (rechts) ist neuer Vorsitzender im Bezirksbauernverband Bokhorst. Der bisherige Amtsinhaber Heiner Staggen aus Schipphorst überreichte seinem Berufskollegen symbolisch ein Staffelholz als Zeichen der Amtsübergabe.
Thomas Prien (rechts) ist neuer Vorsitzender im Bezirksbauernverband Bokhorst. Der bisherige Amtsinhaber Heiner Staggen aus Schipphorst überreichte seinem Berufskollegen symbolisch ein Staffelholz als Zeichen der Amtsübergabe.

Heiner Staggen übergab die Leitung des Bezirksverbandes an den Schillsdorfer Landwirt

shz.de von
06. Januar 2018, 10:10 Uhr

Schillsdorf | Der Bezirksbauernverband Bokhorst hat einen neuen Chef: Thomas Prien aus Schilldorf hat das Amt von Heiner Staggen aus Schipphorst übernommen.

Heiner Staggen ist viel mehr als nur Landwirt und Bauernvertreter. Neben der Bewirtschaftung des Familienbetriebes in Schipphorst stehen reichlich Termine aus dem landwirtschaftlichen Ehrenamt im Kalender Staggens. Eines davon hat der frisch wiedergewählte Kreisvorsitzende aus dem Bauernverband Plön (der Courier berichtete) jetzt an Thomas Prien aus Schillsdorf abgegeben.

Auch Thomas Prien (42) hat Erfahrung mit dem Ehrenamt. Prien arbeitet im Vorstand des Wasser- und Bodenverbandes Bothkamper See mit. Seit drei Jahren ist er Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schillsdorf. „Können Sie bitte schreiben, dass er keine weiteren Ehrenämter mehr übernimmt“, meinte Ehefrau Dr. Kristin Prien (43) schmunzelnd. Immerhin warten neben dem Ehrenamt noch vier Kinder, Ehefrau Kristin, Hofhund Benny und so ganz nebenbei drei Mitarbeiter, rund 450 Rindviecher, drei Ponys und ein Großpferd darauf, dass sich der Landwirt, Ehrenamtler und Familienvater um sie kümmert.

Thomas und Kristin Prien haben vor drei Jahren in die Zukunft des Hofes investiert: 1,2 Millionen Euro flossen in die Erweiterung von 120 auf 170 Milchkuhplätze. Wer den Hof der Eheleute besucht, findet einen modernen Boxenlaufstall mit Liegeplätzen, Strohbereichen, einem modernen Melkhaus und vielen Annehmlichkeiten für die Tiere vor. „Nein, Bio wollen wir nicht“, erklären Prien und seine Frau. Dass sich ihre Tiere wohl fühlen sollen, habe mit Bio nichts zu tun. Das sei der Liebe zur Landwirtschaft und dem Umgang mit der Kreatur geschuldet. Zum Hof gehört heute ebenso ein zeitgemäßes und modernes Herdenmanagement. Dabei hat Prien Glück: Seine Frau ist promovierte Tierärztin. Inzwischen gibt es allerdings auch 2,5 feste Stellen auf dem Hof, zu dem noch rund 250 Hektar Ackerbau und Grünland gehören. Arbeit gibt es genug, und als Milchviehbetrieb ist der Hof letztlich auch immer wieder von den Milchpreisschwankungen betroffen.

Der Blick hinter die Kulissen ist spannend. Das fanden auch die im Herbst frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein aus Wahlstedt (CDU) und der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Tim Brockmann, die neben der Staffelholzübergabe zum Hofgespräch geladen waren. Wege aus der immer wieder aufflammenden Krise der Milchbauern und Planungssicherheit für die Zukunft der Landwirtschaft zwischen Nord- und Ostsee sind besondere Herausforderungen. Darin waren sich
Staggen, Familie Prien und die beiden CDU-Politiker einig. „Ob Ronja (14) ihren Traum von der Landwirtschaft einmal verwirklichen kann, ist noch offen“, meinte Mutter Kristin. Die Forderung an die Politik ist das Schaffen verlässlicher Rahmenbedingungen, hieß es. Dazu gehöre auch ein Stück Entbürokratisierung. – Und was wünscht sich Familie Prien sonst? „Ab und an einmal ein gemeinsames Wochenende, das wäre schon schön.“

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