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Premiere der Breitbandmesse: Das schnelle Internet traf den Nerv des Publikums

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erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Die Veranstalter der ersten Breitbandmesse Schleswig-Holstein in der Holstenhalle 3 waren gestern mehr als zufrieden: Das Thema "Schnelles Internet" lockte bei der Messe-Premiere rund 400 Fachbesucher an.

"Sie haben damit den Nerv der Zeit getroffen", sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), der als Schirmherr die Breitbandmesse eröffnete. Meyer: "Wir brauchen nicht nur Straßen, Energienetze und andere Infrastrukturen, sondern genauso dringend Daten-Hochgeschwindigkeitsnetze als Infrastruktur des 21. Jahrhunderts." Bei Standortentscheidungen von Unternehmen spiele eine leistungsstarke Internetverbindung eine entscheidende Rolle. Das hatte jüngst erst eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern auch für Neumünster bestätigt.

Das ehrgeizige Ziel der Landesregierung ist eine flächendeckende Versorgung mit ultraschnellen Glasfaserleitungen bis zum Jahr 2030. Die Kosten werden mit bis zu 4,5 Milliarden Euro gewaltig sein. "Eine solche Herausforderung ist nur durch gemeinschaftliche Anstrengungen von Land, Wirtschaft, Kommunen und Verbänden zu stemmen", sagte Meyer.

"Kommunale Unternehmen sind beim Breitbandausbau mit an der Spitze und damit ein Partner der digitalen Wirtschaft", lobte Jörg Bülow vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag. "Die Stadtwerke machen das schon richtig gut", sagte Peter Lührs mit Blick speziell auf die SWN. Der Neumünsteraner ist seit 13 Jahren als Berater für Kommunen tätig.

"Wir haben als Multiplikatoren alle Bürgermeister aus der Region angeschrieben und eingeladen", sagte Björn Schwarze. Der Geschäftsführer des Kieler Internet-Serviceanbieters Addix war gestern nicht nur einer der 53 Aussteller, sondern ist auch Vorstand im Verein Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein. Er ist gemeinsam mit dem Breitband-Kompetenzzentrum Veranstalter der Messe.

"Wir müssen die Bandbreiten erweitern und den Bürgermeistern helfen, dafür zu werben, dass die Kunden für diese Leistung auch zu zahlen bereit sind", sagte Schwarze. Die Wirtschaft allein sei aufgrund des geringen Preisniveaus in Deutschland nicht in der Lage, Glasfaserkabel zu verlegen. Ohne diese Datenautobahnen wird es langfristig nicht gehen, da sind sich alle Fachleute einig. "Die Nutzungsraten verdoppeln sich alle zwei Jahre", sagte Peter Schmidt vom Aussteller Netzkontor Nord aus Flensburg. Die Holstenhallen selbst sind für diese Zukunft schon gerüstet. "Wir haben vor zwei Jahren mit den Stadtwerken für 100 000 Euro ein Ein-Gigabite-Glasfaserkabel legen lassen", sagte Hallen-Chef Dirk Iwersen. Ohne dieses ultraschnelle Internet hätte der Bundesparteitag der Piraten 2012 sicher nicht in Neumünster stattgefunden.

Nach den Umlandgemeinden wollen die Stadtwerke nun auch den Netzausbau in der Stadt angehen. "Wir sind schon dabei, ein Glasfasernetz ins Industriegebiet Süd zu legen. 2014 geht es dann in Tungendorf los", sagte Richard Schulz von der Telekommunikationssparte der SWN. "Die Endkundenpreise werden konkurrenzfähig sein", betonte SWN-Prokurist Dirk Sasson. Der Netzausbau in der Stadt sei deutlich billiger als im Umland.

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