Immobilienmarkt : Preise ziehen weiter deutlich an

An dieser Ecke wohnt man gut: An der Schwale, Hebbelstraße zählt zur teuren Wohnlage.
An dieser Ecke wohnt man gut: An der Schwale, Hebbelstraße zählt zur teuren Wohnlage.

Der Gutachterausschuss stellte den Grundstücksmarktbericht 2014 vor.

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15. Juli 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Ein Immobilieninvestment in Neumünster ist eine sichere und werthaltige Geldanlage, meint Bauamtsleiter Ralf-Joseph Schnittker. Auf dem Immobilienmarkt hat Neumünster ein „relativ hohes Wertsteigerungspotenzial“, sagt Schnittker, der gestern mit Roland Clausen vom Gutachterausschuss den Grundstücksmarktbericht vorstellte.

2014 sind 634 Kaufverträge beurkundet worden. Davon gingen 535 mit einem Umsatz von knapp 94 Millionen Euro in die Auswertung ein (Verträge zwischen Verwandten wurden wegen verfälschender Preise aussortiert). Die Zahl der Verträge ist damit gegenüber 2013 um 20 Prozent gesunken, doch dafür gibt es eine einfache Erklärung: Zum 1. Januar 2014 stieg die Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein von 5 auf den bundesweiten Spitzensatz von 6,5 Prozent. „Niemand zahlt gerne Steuern“, nannte Clausen Vorzieheffekte als Grund. Im November/Dezember 2013 gab es darum etwa 150 Käufe mehr als üblich.

Mit 104 Urkunden bei Ein- und Zweifamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern war das Preissegment zwischen 75  000 und 125  000 Euro am stärksten vertreten. Im hochpreisigen Bereich mit im Schnitt 348  000 Euro gab es nur zehn Verkäufe. Über alle Segmente betrachtet steigerte sich der Preis bei einem Weiterverkauf seit 2010 von damals durchschnittlich 128  000 Euro auf jetzt 137  000 Euro.

Die Durchschnittspreise von gebrauchten Eigentumswohnungen sind rückläufig und lagen bei 840 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Bei Neubauten liegt der Wert dagegen leicht über 2200 Euro je Quadratmeter. Kontinuierlich gesteigert haben sich auch die Preise von unbebauten Einfamilienhaus-Grundstücken. Sie stiegen seit 2010 von 89 Euro je Quadratmeter auf 102 Euro im Jahr 2014.

Allein seit 2012 stiegen die alle zwei Jahre neu ermittelten Bodenrichtwerte für unbebaute Grundstücke in typischen Wohngebieten wie Tungendorf, Gadeland oder der Gartenstadt von 95 auf 105 Euro je Quadratmeter. Die höchsten Preise im individuellen Wohnungsbau wurden am Einfelder See erzielt. Dort stiegen die Richtwerte von 140 auf 160 Euro. Bei dem Villengrundstück des früheren Kirchenkreisjugendheims am Seekamp schraubte die Stadt jüngst erst ihre Kaufpreisvorstellung auf 220 Euro pro Quadratmeter. Eine bevorzugte Wohnlage ist laut Clausen auch die Schwalegegend in Brachenfeld.

„Neumünster ist gegenüber Städten wie Kiel, Lübeck oder Hamburg aber immer noch günstig“, sagte Schnittker. Ein Trend gerade in hochpreisigen Lagen sei der Abbruch für Neubauten. „Die Grundstückslage ist mehr wert als das Gebäude“, so Clausen. Statt einer aufwändigen energetischen Sanierung sei ein Neubau oft wirtschaftlicher, sagte Schnittker.

Auch bei den Gewerbeflächen wurde es teurer. Bei Produktionsflächen stiegen die Richtwerte im Industriegebiet Süd von 40 auf 45 Euro, bei Flächen für Handel stiegen sie um 10 auf 70 Euro je Quadratmeter. „Und anders als Kiel oder Hamburg haben wir noch Flächen“, sagte Schnittker mit Blick auf die Erweiterung am Donaubogen und den Gewerbepark Eichhof an der Autobahn.

Kommentar:

Gute Nachricht: Was Makler schon seit knapp zwei Jahren feststellen, wird nun auch durch den Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses bestätigt: Nach Jahren mit stagnierenden, ja deutlich fallenden Immobilienpreisen hat sich Neumünster vom hässlichen Entlein wieder zum Schwan gemausert. Die Immobilienpreise ziehen wieder an, und zwar fast auf breiter Front bei Wohn -und Gewerbeimmobilien. Das ist ein Spiegel der wirtschaftlichen Erholung und damit eine gute Nachricht.

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