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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 23:39 Uhr

Insolvenz : Praxis kämpft um ihre Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei Hanserad wurde Ärzten und Personal gekündigt.

von
erstellt am 18.Feb.2014 | 11:00 Uhr

Die Mitarbeiter des Medizinischen Versorgungszentrums für Bilddiagnostik an der Rendsburger Straße 2-8 müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Das Zentrum gehört zum insolventen Hamburger Radiologie- und Diagnostikverbund Hanserad. Die Beschäftigten kämpfen um den Erhalt des Standorts Neumünster.

Erst Ende Januar hatte es noch nach einer kompletten Rettung der gesamten Gruppe ausgesehen, nachdem das Heidelberger Radiologie-Management-Unternehmen Curagita vermeldet hatte, dass es Hanserad übernommen habe (der Courier berichtete). Doch nur wenig später erhielten die drei Ärzte sowie die drei medizinisch-technischen Radiologie-Assistentinnen und drei Arzthelferinnen in Neumünster Post: Laut Gerhard Marioth, Facharzt für Radiologie und kommissarischer Leiter in Neumünster, wurde der gesamten Belegschaft zu Ende April gekündigt.

Grund dafür sind weder fehlende Auslastung noch die Qualität der Arbeit. „Im Gegenteil. Es ist ein erheblicher Bedarf da. Es ist absolut notwendig, dass der Standort erhalten bleibt. Unsere Medizin wird anerkannt. Bilder und Befunde werden gelobt“, sagte der Mediziner. Er sieht das Problem vielmehr in der Budgetierung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV). „Wir haben so viele Patienten, dass wir permanent unser Kontingent überschreiten“, beschrieb er die Misere. Gerade die teure Technik mache die Arbeit deshalb leicht zu einem Verlustgeschäft. „Das Budget ist so knapp bemessen, dass mehr als die Hälfte unserer Kassenpatienten zusätzliche Kosten verursachen“, sagte der Facharzt.

Dennoch wird es aller Voraussicht nach an der Rendsburger Straße weitergehen, meinte der Arzt – Details sind jedoch derzeit noch unklar. „Es laufen zurzeit intensive und sehr Erfolg versprechende Bemühungen. Der Standort wird höchstwahrscheinlich erhalten bleiben“, erklärte Gerhard Marioth. Auch mit der KV werden demnach Gespräche über die Budgetierung geführt. Marioth erwartet, dass weiterhin Magnetresonanztomographie (MRT), Röntgen und Computertomographie (CT) angeboten werden können. „Die Nuklearmedizin wird möglicherweise abgeschafft. Sie ist aufgrund neuer Untersuchungsmethoden nur noch sehr selten erforderlich und wirtschaftlich mittlerweile untragbar.“

Dr. Rolf Lucas von der Curagita bestätigte gestern auf Nachfrage sowohl die Kündigungen als auch die Gründe. „Es gibt in Neumünster hinsichtlich der Kassenpatienten ein Budgetproblem. Außerdem machte die mangelnde Zahl an Privatpatienten die Finanzierung an diesem Standort schwierig“, so Lucas. Er bekräftigte jedoch auch: „Die Curagita und die Verantwortlichen in Neumünster suchen im Auftrag des Insolvenzverwalters mit Hochdruck nach einer Lösung, damit es auch an diesem Standort weitergehen kann.“

 

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