Alte Obstwiese : Praktische Tipps und leckerer Saft

Gute Laune bei Mensch und Tier: Schaf Wolle grinst und lässt sich gerne von Lasse streicheln.
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Gute Laune bei Mensch und Tier: Schaf Wolle grinst und lässt sich gerne von Lasse streicheln.

Der Verein Alte Obstwiese feierte sein Obstblütenfest. Erstmals waren Rassegeflügel-Züchter und Imker dabei,

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22. Mai 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | „Wie gehen Sie denn gegen den Prozessionsspinner vor? Benutzen Sie Gift?“ Harri Schmidt deutet auf einen alten Apfelbaum, an dem er Anzeichen dafür sieht, dass sich die Raupe dort ausbreitet. Der Gadelander war gestern sehr interessiert an der Führung über die alte Obstwiese an der Kieler Straße 515, die der „Verein Alte Obstwiese“ im Rahmen seines Obstblütenfestes angeboten hat.

Gut zehn Vereinsmitglieder informierten die rund 500 Besucher des Idylls am Stadtrand über die Pflege der Obstbäume auf dem über drei Hektar großen Areal. „Es liegt mir sehr am Herzen, dass diese Wiese weiter bestehen bleibt. Dafür brauchen wir Nachwuchs und Unterstützung“, schilderte der Apfelkenner Albert Bork. Der Besucherin Jutta Carstens erklärte er: „Hier auf der naturbelassenen Wiese gibt es Apfelsorten, die sonst nirgendwo auf der Welt wachsen, weil aus Samen Bäume gewachsen sind, wir also nicht veredelt haben.“ Die Neumünsteranerin war zum ersten Mal da und war gleich begeistert von der Urwüchsigkeit und Vielfalt: „Ich bin total erstaunt über die Masse an Obstbäumen. Das Gelände liegt zwar direkt an der Straße, ist aber dennoch gut versteckt. Ich kann mir gut vorstellen, eines Tages Bäumchen von hier in meinem Garten weiter zu ziehen.“

Zum ersten Mal am Obstblütenfest nahmen auch der Rasse-Geflügelzüchterverein Einfeld (RGZV) und der Imker Kai Schulze teil. Beide berieten zu Fragen nach der Anschaffung und Haltung der nützlichen Tiere. „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mir später auch mal einen Bienenstock zulege. So kann ich etwas gegen das Bienensterben tun“, meinte Harri Schmidt.

Neben Tipps zur Pflege von Obstbäumen und Schilderungen über die Historie der Alten Obstwiese gab es noch so allerlei praktische Tricks für den Alltag. Zum Beispiel riet Albert Bork: „Allergiker sind nicht unbedingt gegen jede Apfelsorte allergisch. Nehmen Sie einen feinen Schnitz, legen Sie ihn zwischen die Lippen und warten, ob etwas passiert.“

Besonders die Kinder waren begeistert von den Schafen von der Organischen Müllabfuhr im Kreuzkamp, die noch bis zum Herbst das Gras kurz halten. Bei allerschönstem blauen Himmel und Sonnenschein drängten sich schon am Vormittag die Naturfreunde auf der Wiese. „Unser Apfelsaft war ruckzuck ausverkauft“, sagte Silke Roese vom Verein. Damit der Saft weiterhin risikolos genossen werden kann, wird übrigens auf der Wiese nicht die chemische Keule geschwungen. „Wir spritzen hier nicht, auch nicht gegen Prozessionsspinner“, sagte Wiesen-Führer Hans-Uve Krause.

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