Präventionsketten gegen Armut und den „Wilhelmshaven-Effekt“

von
27. April 2016, 12:41 Uhr

Der nach knapp zwei Jahren aktualisierte Bericht „Armut in Neumünster“ war am Dienstag Thema in der Ratsversammlung. „Die Zahlen decken sich größtenteils mit denen des ersten Berichts“, sagte Volker Andresen (SPD) und nannte das Ausmaß von Armut „schon beschämend in einem der reichsten Länder dieser Erde.“ Hier seien Bund, Land und Kommune gleichermaßen gefordert.

Andresen lenkte den Blick auf das Kapitel Altersarmut, das bisher noch nicht so sehr im Fokus gestanden haben, aber stark zunehme. „Der Armutsbericht hat auch mich sehr nachdenklich gestimmt“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerd Kühl und führte den sogenannten Wilhelmshaven-Effekt in die Debatte ein. Dort gebe es viele Menschen, die nicht die Substanz hätten, um ein eigenständiges Leben zu führen. Kühl: „Wir müssen Armut mit der Schaffung von Arbeitsplätzen entgegen wirken – auch mit einfachen Arbeitsplätzen.

Wenn Neumünster ein Rezept zur Bekämpfung der Armut hätte, dann gäbe es dafür wohl den Nobel-Preis, sagte der scheidende Stadtrat und Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth. Der jetzt vorgelegte Zwischenbericht hebe auf die Kita-Subventionierung, Ganztagsschulangebote und eine bessere Vernetzung der städtischen Fachdienste ab. „Wir nennen das Präventionsketten, und das ist die Botschaft: Wir versuchen, die Hilfen besser zu koordinieren“, sagte Günter Humpe-Waßmuth. Zm Jahresende möchte die Verwaltung ein Handlungskonzept vorlegen. 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen