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Kleinod in Faldera : Prachtgarten mit Seltenheitswert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seit 25 Jahre kultiviert Uta Barbara Albrecht ihr Faible für exotische Pflanzen. Das seltene Knabenkraut hat sich in ihrem Kleinod gut vermehrt.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Neumünster | „Das müssen Sie sich ansehen. 150 blühende Pflanzen habe ich heute Morgen gezählt.“ – Stolz öffnet Uta Barbara Albrecht das Tor. Dahinter liegt ihr rund 200 Quadratmeter großer Garten. Tulpen und Geranien sucht man hier vergebens. Nahe der Ehndorfer Straße, mitten im Stadtteil Faldera, empfangen den Besucher ungewöhnliche Bäume, exotische Farne und Kräuter in verschiedenen Ausführungen. Ein wahres Kleinod.

Auf dem kleinen Rasenstück haben wilde Margeriten bereits ihre Köpfe durchs Gras gesteckt, ein Bachlauf samt Wasserfall und Sprudelbecken windet sich durch Teich und Garten.

Hier hat Uta Barbara Albrecht ein Sumpfbeet angelegt, und hier steht sie nun und zeigt voller Freude auf das blaue Blütenmeer. Dicht gedrängt leuchten unzählige Knabenkraut-Pflanzen. „Das Knabenkraut gehört zu den wenigen Orchideen, die in Mitteleuropa heimisch sind. Da viele Sümpfe trocken gelegt wurden, ist es sehr selten geworden und steht streng unter Naturschutz“, erzählt die ehemalige Apothekerin der Bären-Apotheke. Umso mehr freue sie sich, dass aus einer einzigen Pflanze, die sie vor 20 Jahren von einer Kollegin bekommen hat, diese Pracht entstanden sei.

„Knabenkraut wurde bereits in der Antike als Heilpflanze geschätzt. Dass man mit ihm gereizte Schleimhäuten lindern kann, habe ich auf einer der vielen botanischen Exkursionen während meines Studiums erfahren“ erklärt die 64-Jährige ihr großes Wissen über Heilkräuter und exotische Pflanzen. Und davon gibt es in ihrem Garten jede Menge. Zwei Ginkgos, deren Blätter pharmazeutisch bei Schwindel und Durchblutungsstörungen genutzt werden und deren geröstete Samenkerne seit Jahrhunderten in der japanischen Küche zu finden sind, gehören zu Uta Barbara Albrechts Lieblingsgewächsen.

„Reine Ziergärten interessieren mich nicht“, sagt die gebürtige Neumünsteranerin. Aber für Pflanzen, deren Eigenschaften sie beeindruckten, könne sie eine große Leidenschaft entwickeln, betont die Apothekerin und verweist auf den Sauerampfer und das Gewöhnliche Tellerblatt in ihrem Garten. „Daraus lässt sich eine wunderbare Suppe kochen. Die Claytonia Sibirica (Gewöhnliches Tellerblatt) schmeckt nicht nur vorzüglich als Salat, als Einzelpflanze nutze ich sie zur Verzierung von Suppen“, verrät die Pharmazeutin.

Ihr Interesse an Heilkräutern und exotischen Pflanzen sei natürlich berufsbedingt, erklärt Albrecht. Im Laufe der Jahre sei daraus eine wahre Leidenschaft geworden, und deshalb habe sie den Garten ihres Elternhauses vor 25 Jahren neu geplant. Zwei Jahre hat die Planung gedauert, ein Gartenbau-Unternehmen hat sie binnen eines Monats umgesetzt und seitdem – seit über 20 Jahren – erfreut sich Uta Barbara Albrecht jeden Tag aufs Neue an der exotischen Flora und Fauna in ihrem Garten.

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