Wankendorf : Poststreik: Kein Überblick über Internet-Anträge

Dr. Tanja Schunert stellte die aktuelle Situation der Wankendorfer Flüchtlinge und der Flüchtlingshilfe dar.
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Dr. Tanja Schunert stellte die aktuelle Situation der Wankendorfer Flüchtlinge und der Flüchtlingshilfe dar.

Es fehlen Anmeldungen für das Glasfasernetz. Mehr Hilfe für Flüchtlinge ist notwendig.

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01. Juli 2015, 08:15 Uhr

Wankendorf | Erst wenn eine Anschlussquote von 40 Prozent der Wankendorfer Haushalte erreicht ist, beginnt die Deutsche Glasfaser mit den Leitungsarbeiten für das schnelle Glasfasernetz in Wankendorf. Noch ist die Gemeinde davon aber ein Stück weit entfernt. „Allerdings läuft die Frist noch bis Mitte Juli“, sagt Unterstützer Reiner Streusel, der sich in Wankendorf für das schnelle Internet stark macht.

„Wir haben als Gemeinde alles getan, um den Weg frei zu machen“, sagte Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann auf der Sitzung der Gemeindevertretung am Montag. Ärgerlich ist der Poststreik, sagt Streusel. Dadurch gebe es zurzeit keine saubere Zahl über eingegangene Anträge. Am 5. Juli soll es von 11 bis 14 Uhr eine sogenannte „Last-Order“-Veranstaltung auf dem Marktplatz geben, um das Ziel von 40 Prozent zu erreichen.

Ruhwinkel bringt es bereits auf rund 70 Prozent. Auch Stolpe dürfte die Quote schaffen, meinte Streusel.

„In Wankendorf wäre es hilfreich, auch die großen Vermieter wie die Wankendorfer Baugenossenschaft ins Boot zu bekommen“, meinte Gemeindevertreter Björn Loose (CDU).

Außerdem berichtete Dr. Tanja Schunert von der Wankendorfer Flüchtlingshilfe über die aktuelle Situation im Ort. „60 Flüchtlinge leben zurzeit in Wankendorf. Darunter sind fünf Familien und viele junge Männer“, berichtete Schunert. Die derzeit 14 Helfer aus der Betreuungsgruppe sind restlos ausgelastet. „Wir brauchen dringend mehr Leute“, bat die engagierte Wankendorferin um Unterstützung.

Alle 14 Tage gibt es im alten Bahnhof ein Flüchtlingscafé. Hier soll die Flüchtlingshilfe mehr Raum von der Gemeinde erhalten. „Wir sind kein eingetragener Verein, sondern eine locker arbeitende Gruppe. Dass trotzdem alles bis hin zum ‚Finanzausschuss‘ so gut funktioniert, ist fast ein kleines Wunder“, meinte Schunert. Ansprechpartnerin für Flüchtlingsangelegenheiten in der Amtsverwaltung ist Kerstin Caspar, Tel. 04326-9979-17. Die Leistung der Helfer könne kaum hoch genug bewertet werden, dankten Wankendorfs Ortspolitiker für den ehrenamtlichen Einsatz.

Ganz unterschiedlich waren dagegen die Meinungen zum Thema Schulkostenverteilung im Amt. Hierbei macht die unterschiedliche Schulträgerschaft in den Amtsgemeinden die Diskussion um eine gerechte Kostenverteilung nicht einfacher. Nachdem der Amtsausschuss sich erst vor wenigen Tagen gegen einen gesonderten Schulausschuss und zunächst für die Gründung eines Arbeitskreises ausgesprochen hatte, stellte Wankendorfs Bürgermeisterin das Thema nach Vorlage aus der Tagesordnung erneut zur Abstimmung.

„Dann können wir ja gleich mit dem Benzinkanister zum Feuerlöschen kommen“, meinte Björn Loose (CDU). Die Gründung eines Ausschusses zu beantragen, nachdem der Amtsausschuss gerade anders beschlossen hat, das wäre genau der falsche Weg, meinte Loose. Wie Uwe Hansen (Grüne) anmerkte, bestehe jedoch auch die Möglichkeit für die Trägergemeinden der Satellitenschulen in Rendswühren und Schillsdorf, die Trägerschaft wie in Stolpe und Wankendorf auf das Amt zu übertragen.

Zu guter Letzt sprachen sich Wankendorfs Ortspolitiker dafür aus, zunächst einmal die Lösung des Amtsausschusses zu unterstützen und eine mögliche positive Entwicklung abzuwarten.

Außerdem beschlossen die Politiker eine spürbare Unterstützung der Sportvereine. Der Schützenverein erhält für den Wiederaufbau seiner Sportstätten einen Zuschuss über 16  500 Euro. Für Sanierung und Erweiterung der Sanitär- und Umkleideräume des TSV-Wankendorf am Jahnplatz wurden 50  000 Euro bewilligt.

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