Streik : Poststreik ist bislang noch kein Drama

Der Streik bei der Deutschen Post befindet sich aktuell bereits in der dritten Woche.
Der Streik bei der Deutschen Post befindet sich aktuell bereits in der dritten Woche.

Der Streik bei der Post trifft vor allem Unternehmen. Das große Chaos blieb bislang aus.

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24. Juni 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Der Streik bei der Deutschen Post AG hat auch Auswirkungen auf Neumünster. Briefe und Paketsendungen kommen in der Stadtverwaltung und den Unternehmen oft mit Verspätung an. Das sorgt mitunter für Probleme.

In der Stadt beteiligen sich laut Thomas Ebeling von der Gewerkschaft Verdi aktuell 40 Mitarbeiter an dem Streik: „Betroffen sind die Brief- und Paketzustellung sowie die Postfachverteilung. Das Paketzentrum am Krokamp ist seit vergangenem Dienstag im Ausstand.“ Laut Ebeling behelfe sich die Post jedoch damit, auf Leitungskräfte zurückzugreifen. „Die Menschen, die üblicherweise am Schreibtisch sitzen, werden nun vermehrt in der Produktion eingesetzt“, erklärt er. Zudem würden Leiharbeitsfirmen beauftragt, was der Gewerkschaft ein Dorn im Auge ist.

Trotzdem kommt es zu Problem bei der Zustellung. Harald Bülck von der Firma Danfoss Power Solutions: „Momentan kommt deutlich weniger Post bei uns an.“ Seine Kollegin Andrea Wittmann ergänzt: „Bei uns läuft aber ohnehin ein großer Teil der Kommunikation online ab. Von daher ist die Situation  bislang noch nicht kritisch.“

Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) sieht die Lage dagegen ein wenig anders aus. „Wichtige Laboruntersuchungen verschicken wir derzeit per Express-Sendung, weil die Patienten natürlich auf ihre Ergebnisse warten. Das kostet uns allerdings pro Schreiben 16 Euro mehr. Außerdem ist ein Bewerber nicht zum Vorstellungsgespräch erschienen, weil er die Einladung nicht erhalten hat“, sagt Pressesprecherin Maren von Dollen.

Bei den Stadtwerken halten sich die Auswirkungen des Streiks bislang im Rahmen. „Der Kollege, der die Post verteilt, hat momentan weniger zu tun. Beschwerden oder Probleme hat es bislang aber nicht gegeben“, sagt Liegenschaftsmanager Werner Erdmann.

Auch im Rathaus hat der Streik bislang nicht für  größere Zwischenfälle gesorgt. „Wenn Fristen eingehalten werden müssen, kann es natürlich schwierig werden. Aber bei wichtigen Anliegen, wie zum Beispiel Gerichtsschreiben, weichen wir ohnehin zusätzlich auf Fax oder E-Mail aus“, sagt Stadtsprecher Stephan Beitz.

Um die Einhaltung von Fristen geht es auch beim Finanzamt. Eine Mitarbeiterin aus der Poststelle erklärt: „Wenn es sich um Einsprüche oder Stundungsgesuche handelt, die uns nicht erreichen, ist das natürlich problematisch. Wie im Einzelfall damit umgegangen wird, entscheidet dann der Sachbearbeiter.“

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