Ausstellung in Bordesholm : Postkarten erzählen Geschichte(n)

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Nils Lange (rechts), Ausstellungsorganisator im Museum auf der Klosterinsel, freut sich über die Postkarte, die Fritz Dähmlow ihm mitgebracht hat und die nun die Ausstellung erweitert.
Nils Lange (rechts), Ausstellungsorganisator im Museum auf der Klosterinsel, freut sich über die Postkarte, die Fritz Dähmlow ihm mitgebracht hat und die nun die Ausstellung erweitert.

Die Bordesholmer Heimatsammlung zeigt bis in den November besondere Ansichtskarten.

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11. Juli 2019, 08:18 Uhr

Bordesholm | Große Geschichte und kleine Schicksale vermengen sich ineinander und bilden manchmal auch eine harmonische Einheit. Besonders gut kann man dies wieder im Museum auf der Klosterinsel erleben, wo die Ausstellung „Gruß aus Bordesholm – Ansichtskarten erzählen Ortsgeschichte“ jetzt zu sehen ist

Dafür wurden über 200 Postkarten aus dem eigenen Archiv und dem des Geschichtsvereins Bordesholmer Land unter Federführung von Nils Lange, Sprecher der Heimatsammlung im Kulturverein Bordesholmer Land, gesichtet. 40 davon zieren jetzt die Wände im Ausstellungsraum und jede einzelne von ihnen ist eine eigene Erkundung wert.

Viele Objekte sind mittlerweile verschwunden


Da gibt es Natur- und Gebäudeaufnahmen von pittoresken Gegenden mit Wasser und Grün, prägnanten Häusern aus vergangenen Zeiten, die Generationen in Bordesholm und Umgebung geprägt und begleitet haben. Manches, wie das Alte Kreishaus, sieht noch genauso aus wie damals, andere Objekte – wie der Gasthof Zur Linde – sind mittlerweile verschwunden. Auch die ehrwürdige Linde hat bekanntlich schwer gelitten, und beim Rückblick auf ihre prächtige frühere Krone schwingt viel Wehmut mit.

Doch sind die Bilder nur das Eine. „Man sollte auch schon ein wenig lesen“, schmunzelt Nils Lange und verweist damit auf die persönlichen Anekdoten, Späßchen und Geheimnisse, die fast jede Karte zieren und deren Nachrichten an die Empfänger nun auch für die Nachwelt interessant geworden sind.

Da offenbaren sich Geschichten, etwa wenn der Großvater des Neumünsteraners Fritz Dähmlow, Walter, im Jahre 1908 eine Autopanne bei Grevenkrug hatte und seiner in Beeskow bei Berlin ansässigen Verlobten Elisabeth von seiner misslichen Lage mit buchstäblicher Nacht- und Nebel-Dramatik schrieb. „Ich und meine Frau haben von der Ausstellung gehört und wollten mit dieser Karte unser Erinnerungsscherflein beitragen“, erzählt der Einfelder Dähmlow.

Die Briefmarke kostete fünf Pfennig

In Zeiten der aktuellen Gebührenerhöhung durch die Post erscheinen übrigens fünf Pfennig Beförderungsgebühr paradiesisch, und angekommen ist die Karte auch damals schon am nächsten Tag.

Die Ausstellung in Bordesholm ist bis zum 17. November jeden Sonnabend und Sonntag im Museum auf der Klosterinsel in der Zeit von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.  


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