Friedrichstrasse : Postbankstreik traf auch Postkunden

Die Kunden an der Friedrichstraße standen gestern vor verschlossenen Türen und mussten auf die Partneragenturen, etwa bei Famila am Haart oder Grümmer am Corso in Tungendorf, ausweichen.
Die Kunden an der Friedrichstraße standen gestern vor verschlossenen Türen und mussten auf die Partneragenturen, etwa bei Famila am Haart oder Grümmer am Corso in Tungendorf, ausweichen.

Wer an der Friedrichstraße ein Paket oder Einschreiben abholen wollte, stand vor verschlossenen Türen.

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24. April 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Der Tarifkonflikt bei der Postbank erreichte gestern auch Neumünster – und traf auch die Kunden der Post an der Friedrichstraße. Auch wer hier nur ein Paket oder Einschreiben abholen wollte, stand vor verschlossenen Türen. Die Postbank ist hier Hausherr und wurde gestern bestreikt. Da sie unter ihrem Dach aber auch die Postdienstleistungen anbietet, fielen gestern auch diese flach.

Das Online- und Telefonbanking war nach Aussage der Postbank nicht vom Streik betroffen. Auch konnten die Kunden sich wie gewohnt Bargeld und Briefmarken an den entsprechenden Automaten ziehen und die Paketpackstation nutzen. Bei Paketen oder Päckchen, die in einem bestreikten Postbank-Filialcenter zur Abholung bereit liegen, werde die Lagerfrist automatisch um die Streiktage verlängert, so die Postbank.

Die Streiks werden nach Aussage der Gewerkschaft Verdi insgesamt drei Tage, also auch heute und morgen noch, andauern. „Nach dem klaren Votum aus der Urabstimmung sind nun Streiks angesagt, um die Arbeitgeberseite an den Verhandlungstisch zu bringen“, sagte Frank Schischefsky, Verdi-Fachbereichsleiter für Finanzdienstleistungen.

Bei der Urabstimmung hatten sich 95 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der Postbank für einen Streik ausgesprochen. Die Beschäftigten seien durch immer neue Spekulationen um den Verbleib der Postbank beziehungsweise des Privatkundengeschäfts bei der Deutschen Bank zutiefst verunsichert.

Eine zentrale Forderung der Gewerkschaft neben einer fünfprozentigen Lohnerhöhung ist daher die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum Jahr 2020.

Nicht betroffen von dem Ausstand sind die Partneragenturen der Deutschen Post bei Lebensmittelhändlern wie Grümmer in Tungendorf oder Boostedt, Grätsch in Wittorf, bei Lotto Welz in Einfeld, bei Famila am Haart oder der Agentur im Freesen-Center. Die Mitarbeiter dort sind nicht bei der Post oder der Postbank, sondern den Einzelhändlern beschäftigt. Post- und Postbankfinanzdienstleistungen waren hier ohne Einschränkungen möglich.

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