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Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 04:43 Uhr

Posaunisten beeindruckten mit einem Stilmix

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bordesholm | Die hohe Vortragskunst eines perfekt harmonierenden Bläserquartetts erfreute achtzig Zuhörer beim fünften Frühjahrskonzert in der Bordesholmer Klosterkirche. Mit einer riesigen Bandbreite an Stilen brillierten die vier Posaunisten des Leipziger Gewandhausorchesters Opus 4 auf ihrer Station im hohen Norden.

Ensembles wie diese sind eher selten. Eine nur mit Posaunen ausgestattete Mannschaft hatte man auch in Bordesholm noch nicht hören dürfen, umso größer war deshalb die Neugier. Die Musiker spielten mit Werken von Monteverdi über Gervaise bis Thomas Selle stilsicher bekannte Töne. Der erste experimentelle Schlenker gelang mit Johann Sebastian Bachs "Toccata und Fuge in d-Moll", eigentlich für die Orgel geschrieben, in der Opus-4-Bearbeitung mit dem ungewohnten Bläsersound aber eine spannende Unterwanderung der vom Komponisten gedachten herkömmlichen Wirkung. Nicht zu vergessen die Huldigung des Quartetts an den jüngst verstorbenen Freund, den Komponisten Bernhard Krol, dessen "Kaffeestunde bei Anna Magdalena" die Zuhörer in das Leipzig von 1728 zurückversetzte. Danach regierte die Moderne, und das Quartett fühlte sich darin pudelwohl. Wie losgelassen vom alltäglichen Orchesterbetrieb, dem die Mitglieder sonst nachgehen, agierten Jörg Richter, Dirk Lehmann, Stephan Meiner und Wolfram Kuhnt, nutzen die Chance der kollektiven Solo-Show. "Alexanders Ragtime Band" fetzte, Daniel Suttons Medley und Bearbeitung von Leonard Bernsteins "West Side Story" huldigte einem genialen Klassiker, und "A Portrait" zeigte einen Gershwin-Extrakt, in dem die genialen Bläser sich mit viel Spaß die rhythmischen Bälle zuwarfen. Herzlicher Applaus quittierte diesen anspruchsvollen Mix zwischen den Stilen.

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