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Gefährliches Neumünster : „Polizisten greifen hier härter durch“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Laut Studie belegt Neumünster einen bundesweiten Spitzenplatz bei Verbrechen. Polizeisprecher Sönke Hinrichs relativiert die Zahlen und sorgt sich um den Imageschaden.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Schlagzeile ist reißerisch: „Neumünster – Stadt des Verbrechens“ titelte das Handelsblatt vor wenigen Tagen in seiner Online-Ausgabe und bezog sich dabei auf den Zukunftsatlas 2013 des Forschungsinstituts Prognos. In der Studie ist zu lesen, dass 2012 insgesamt 11.248 Straftaten von der Polizei aufgenommen wurden. Nur in Frankfurt am Main und in Düsseldorf wurden demnach umgerechnet auf 100.000 Einwohner mehr Verbrechen im Bundesgebiet gezählt. Für Polizeisprecher Sönke Hinrichs können die Zahlen allerdings nicht unkommentiert bleiben. „Das schadet unberechtigter Weise dem Image der Stadt“, sagt er.

Für die hohe Verbrechensquote sieht Hinrichs zwei Hauptgründe: Zum einen sei dies die besondere Lage und Struktur der Stadt mit landesweit einmaligen Einrichtungen wie der Anlaufstelle für Asylbewerber oder dem Designer-Outlet-Center (DOC). Allein dadurch gebe es mehr Straftaten. „Jedes Mal, wenn ein Asylbewerber unberechtigter Weise die Stadtgrenzen überschreitet, treibt das natürlich die Statistik in die Höhe“, sagt Hinrichs. Er spricht auch von „importierter Kriminalität“ und meint damit, dass Gauner und Ganoven durch die gute Verkehrsanbindung gezielt nach Neumünster kommen, um Straftaten zu begehen. Bemerkbar macht sich das vor allem bei den Diebstählen: „Jede zweite Straftat ist ein Diebstahl, besonders der Fahrraddiebstahl ist in der Stadt sehr hoch“, sagt der Polizeisprecher. Viel wichtiger ist für ihn aber das Verhalten der Kollegen. „Wir fahren eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Verbrechern, vor allem gegenüber Rockern. Das heißt, wir greifen hier härter durch als anderswo, schreiben auch schneller Anzeigen.“ Dadurch habe die Polizei die Dunkelziffer an Straftaten im Vergleich zu anderen Regionen aber deutlich verringern können, ist sich Hinrichs sicher. Und er ermutigt die Bürger, Verbrechen auch weiterhin schnell zu melden. „Wir kommen lieber einmal zuviel als zu wenig.“

Im kommenden Jahr erhält die Polizei in Neumünster im Rahmen der Umstrukturierung der Landespolizei mehr Personal. Auch die neuen, modernen Polizeiautos mit Kameras und amerikanischer Sirene werden dann öfters zu sehen sein.

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