zur Navigation springen

Aus dem Gericht : Polizist auf dem Gänsemarkt attackiert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein 24-Jähriger bedrohte und beschimpfte einen Beamten nach einem Streit. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu 500 Euro Geldstrafe.

Neumünster | Aus einem Ehestreit wurde eine handfeste Auseinandersetzung mit der Polizei: Weil ein 24-Jähriger aus Rendsburg mit massiven Aggressionen gegen einen Beamten vorgegangen sein soll, musste er sich gestern vor dem Amtsgericht wegen versuchter Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Der Mann wurde zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich im März vergangenen Jahres um 2.34 Uhr auf dem Gänsemarkt. Der Angeklagte gab an, zuvor mit seiner Ehefrau in der Stadt etwas trinken gegangen zu sein. Bereits in der Kneipe soll sie einen Barkeeper mit Bier übergossen haben, woraufhin der Angeklagte mit seiner Frau das Lokal verließ. „Auf der Straße ist sie dann mehrfach hingefallen und bekam am Gänsemarkt eine Art Emotionsausbruch“, berichtete der Angeklagte. „Plötzlich hielt ein Radfahrer an und warf mir vor, ich würde meine Frau schlagen“, ergänzte der Mann, der diesen Vorwurf vehement bestritt.

Zwei alarmierte Polizisten trafen wenig später am Gänsemarkt ein und versuchten, die Situation zu klären. Während sich eine Polizistin um die Ehefrau kümmerte, bemerkte ihr Kollege, dass sich zwischen dem Rendsburger und dem Radfahrer die Emotionen hochschaukelten. „Die Stimmung zwischen den beiden Männern war sehr aggressiv, und ich habe daraufhin versucht, sie zu trennen. Die beiden bewegten sich jedoch immer weiter aufeinander zu. Meine Aufforderung an den Angeklagten, stehen zu bleiben und seine Zigarette auszumachen, wurde ignoriert. Stattdessen schlug er mit der halb geöffneten Hand, in der sich die brennende Zigarette befand, in Richtung meines Kopfes“, berichtete der Polizist. Nur durch ein reflexartiges Hochreißen der Arme habe er den Angriff blocken können.

Der Beamte warf den Angreifer auf die Motorhaube des Polizeiwagens und legte ihm Handschellen an. Geschlagen habe er ihn nicht, betonte der Polizist, der angab, dass der Angeklagte während des gesamten Geschehens nicht zu beruhigen gewesen sei. Der Mann habe nach ihm getreten, gespuckt, ihn wüst beleidigt und gedroht, seine Familie fertig zu machen, sagte der 33-Jährige, der zu diesem Zeitpunkt bereits Unterstützung angefordert hatte. Sein Kollege, der ebenfalls als Zeuge auftrat, bestätigte die Aussagen.

Der Angeklagte gab auf Nachfrage zu, dass es zu wüsten Beleidigungen gekommen sei. „Wenn man einen Menschen behandelt wie ein Tier, dann reagiert er auch wie ein Tier“, sagte er. Den Tathergang schilderte er jedoch anders. „Der Polizist hat gesagt, ich dürfte noch dreimal an meiner Zigarette ziehen und sollte sie dann ausmachen. Als ich gerade zum vierten Zug ansetzen wollte, hat er mir ins Gesicht geschlagen, mich auf die Motorhaube gedrückt und mir Handschellen angelegt. Nur weil die Polizisten Waffen und Schlagstöcker haben, nutzen sie ihre Macht aus“, beklagte der junge Mann, der angab, unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung zu leiden. Eine Blutprobe, die ihm in der gleichen Nacht um 4.20 Uhr entnommen wurde, ergab einen Wert von 1,35 Promille.

Für den Richter stand fest, dass sich das Geschehen „im Wesentlichen so zugetragen“ hat, wie es in der Anklage aufgeführt war. Strafmildernd wurde berücksichtigt, dass sich der nicht vorbestrafte Angeklagte teilweise geständig zeigte und zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen