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Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 12:35 Uhr

Polizeischutz beim Kinderschutzbund

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mitgliederversammlung begann mit einem Eklat. Geschäftsführer und Vorstand ließen unliebsame Besucher nicht ins Holstenhallenrestaurant

Neumünster | Der Vorstand des Kinderschutzbundes Neumünster und sein Geschäftsführer Till Pfaff ziehen ihre Sache konsequent durch: Sie verhinderten gestern, dass ehemalige Mitglieder und entlassene Ehrenamtler die Mitgliederversammlung des Vereins besuchten. Dafür hatten sie sich extra einen Streifenwagen vor die Tür der Holstenhalle bestellt.

Die Sitzung sollte um 17.30 Uhr im Restaurant der Holstenhallen beginnen. Vor der Tür zum Tagungssaal wurden die Einladungen kontrolliert. Wer keine vorweisen konnte und offensichtlich kein Mitglied des Kinderschutzbundes war, wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden Hans Joachim Hellrung und anderen am Betreten des Saales gehindert. Auch Pressevertreter wurden hinauskomplimentiert. „Wir haben im Vorstand beschlossen, dass wir heute in Ruhe unter uns diskutieren wollen“, sagte Hellrung zur Begründung.

Als das Gemurre der Abgewiesenen nicht nachließ, kam Geschäftsführer Till Pfaff mit den beiden Polizisten ins Restaurant und bat sie, für ihn das Hausrecht durchzusetzen. Das taten sie freundlich, aber bestimmt – sogar bis vor die Tür der Holstenhalle.

Karin von Klass, Ellen Hansen, Karin Clausen und Krista Stölting standen fassungslos vor der Tür. „Ich habe das Kinder- und Jugendtelefon mit aufgebaut. Mehr als 21 Jahre habe ich da ehrenamtlich gesessen. Dann kam der Rauswurf und nun auch noch so etwas!“, sagte Ellen Hansen.

Seit Monaten kommt der Verband nicht zur Ruhe. Gleich sieben langjährige Ehrenamtliche in gesetzterem Alter waren im Herbst 2015 durch den Vorstand und den Geschäftsführer von ihren Aufgaben entbunden worden – ohne eine vernünftige Begründung, wie sie bis heute sagen. Daraus entwickelte sich ein riesiger Konflikt, der den Verband offenbar entzweit hat (der Courier berichtete).

Die Mitgliederversammlung selber lief gestern auch nicht harmonisch. Allein eine Stunde wurde zunächst über die Tagesordnung diskutiert. „Die Stimmung ist gereizt. Sehr gereizt!“, beschrieb es ein Teilnehmer aus der Sitzung heraus.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 11:00 Uhr

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