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Kriminalität : Polizei will Einbrüche stärker ins Visier nehmen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit neuen Methoden reagiert die Polizei auf die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche.

von
erstellt am 14.Apr.2015 | 07:30 Uhr

Neumünster | Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Stadt ist zwar rückläufig, liegt aber immer noch auf einem erschreckend hohen Niveau. 272 Mal schlugen die Täter im vergangenen Jahr zu, 80 Mal davon am  helllichten Tag. Neumünster liegt  mit rund 350 Wohnungseinbrüchen pro 100000 Einwohner damit weit über dem Durchschnitt von Schleswig-Holstein (286 Taten je 100000 Einwohner) und Bund (185). Die Aufklärungsquote ist niedrig: In Neumünster konnte nur jeder achte Wohnungseinbruch geklärt werden.

Mit einem neuen Konzept will  das Landeskriminalamt seit dem Herbst gegensteuern. „Wir versuchen,  Schwerpunkte zu erkennen und polizeilich zu reagieren“, sagt Kriminaloberrat Thomas Wolff. Wer Opfer eines Wohnungseinbruchs werde, sei von diesem Eindringen  in die Privatsphäre emotional ganz besonders stark betroffen, so der Leiter der Kriminalinspektion Neumünster. Die umfasst  Neumünster und den Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Die Kriminalpolizei bedient sich dabei neuer Fahndungsmethoden. Eine davon ist das sogenannte Crime Mapping. Farbige Punkte auf digitalen Karten zeigen dabei die Straftaten der vergangenen 24 Stunden und per Knopfdruck die Details jedes einzelnen Falls. So wollen die Fahnder den Diebesbanden und Serientätern schneller auf die Schliche kommen. Neumünster hat laut Bernd Lohse, dem Chef der Polizeidirektion, zudem ein eigenes Konzept  zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche erarbeitet.  „Wir werten täglich die Lage aus“, sagt er.  Die Polizei investiert nach eigenen Angaben auch mehr Zeit in die Spurensicherung und die Zeugenbefragung in der Nachbarschaft.

Schleswig-Holstein als Durchgangsland und Neumünster mit strategisch guter Verkehrsanbindung seien stärker betroffen als andere Bundesländer. Höher sei die Rate von Einbrüchen nur in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. „Von den angeblich wandernden Tätergruppen aus dem Ausland ist im Bereich der Polizeidirektion Neumünster nicht so viel zu spüren“, sagt Thomas Wolff. Hier seien eher ortsansässige Tätergruppen aktiv.

Schon seit einigen Jahren bemüht sich die Polizei verstärkt auch um die Nachsorge. Beamte suchen  die Einbruchsopfer nochmals auf.  „Wir haben festgestellt, dass nach einem Einbruch die Verunsicherung groß ist“, sagt Polizeisprecher  Sönke Hinrichs.  Oft ergäben sich im Gespräch auch noch Informationen und Sachverhalte, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten, sagt Hinrichs. 

Die Beamten geben auch Tipps zur Prävention.  Das können technische Vorrichtungen für einen besseren Einbruchsschutz sein, aber auch Verhaltenstipps.  Auch bei kurzer Abwesenheit rät Hinrichs, Türen und Fenster fest zu verschließen. „Fenster auf Kipp sind offene Fenster und quasi eine Einladung“, so Hinrichs.

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