Beschlossene Sache : Polizei verlässt Bornhöved

Dienststelle zieht nach Trappenkamp / Polizei erklärte die Entscheidung

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16. März 2013, 08:20 Uhr

Bornhöved | Jetzt steht es fest: Die Polizeistation Bornhöved wird mit der Dienststelle in Trappenkamp zusammengelegt. Um diese Entscheidung zu erklären, waren am Donnerstagsabend gleich drei Verantwortliche der Polizei Bad Segeberg zur Sitzung der Gemeindevertretung gekommen. Als Gründe für die Auflösung der Dienststelle wurden vor allen Dingen der organisatorische Aufwand in kleinen Dienststellen und die erhöhte Sicherheit der Beamten durch eine permanente Zweimann-Einsatzbesetzung ins Feld geführt.

"Wir haben die Situation hier vor Ort eineinhalb Jahre geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Zusammenlegung der Dienststellen am Standort Trappenkamp sowohl für die Bürger als auch für Beamten eine sinnvolle Entscheidung ist. Der entsprechende Antrag wird nun im Ministerium eingereicht werden. Die Umsetzung erwarte ich in zirka einem halben Jahr", erklärte Polizeidirektor Dirk Petersen in der Versammlung. "Sicherheit ist ein Bauchgefühl, für das ich Verständnis habe. Aber wir reden hier von der Aufgabe eines Dienstgebäudes, nicht von der Verkleinerung der polizeilichen Besetzung", machte der Polizist mit 40-jähriger Diensterfahrung noch einmal deutlich. "Die Koordination von neun Dienststellen in diesem Bereich bedeutet einen enormen Aufwand schon im regulären Personaleinsatz. Zudem müssen wir als Landespolizei noch zahlreiche andere Einsätze bedienen. Doch die Ressourcen sind begrenzt. Die Zusammenlegung hat zum Ziel, eine verlässliche Besetzung einer Dienststelle sicherzustellen. Dies ist zurzeit nicht der Fall", argumentiert dazu Torsten Schmidt, Erster Polizeihauptkommissar, der als Leiter des Reviers in Bad Segeberg unter anderem für die Dienststellen Bornhöved und Trappenkamp verantwortlich ist.

Für den jetzigen Dienststellenleiter in Bornhöved, Hauptkommissar Sönke Nass, steht die Sicherheit der Beamten im Einsatz an erster Stelle. "Es ist zu gefährlich, allein zu arbeiten, das habe ich am eigenen Leib erlebt. Und wir wissen auch von Trappenkamp aus, welcher Pappenheimer wo wohnt", erklärte er. "Die Ansprechpartner bleiben die gleichen, und auch bei der Prävention wird sich nichts ändern", versprach er.

Entkräften konnten die Beamten die Vorbehalte aus den Reihen der Gemeindevertreter und der anwesenden Bürgen nicht, und so blieb auch bei allem Verständnis für die Erläuterungen, immer noch großer Unmut zurück. "Ich kann Ihre Entscheidung nachvollziehen und wahrscheinlich können wir ja auch nichts mehr dagegen tun, aber glücklich bin ich darüber nicht", fasste die Bürgermeisterin Helga Hauschildt (CDU) es zusammen.

Nicht aufgeben will dagegen die Vorsitzende des Vereins Treffpunkt Kinder- und Jugendarbeit Bornhöved, Marion Schneider. Sie kündigte politische Aktionen, wie zum Beispiel eine Unterschriftensammlung an. "Seit 30 Jahren arbeiten wir hier intensiv an der Vernetzung der Institutionen. Die direkte Zusammenarbeit mit der Polizei war dabei immer wichtiger Aspekt. Die Einzigen, die sich über diese Entscheidung freuen werden, sind die Ganoven", mutmaßte sie.

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