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Rendsburger Strasse : Polizei sieht Verkehrsinseln als Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Drei Unfälle in drei Monaten: Die CDU in der Gartenstadt will das Ende des Verkehrsversuchs, die SPD ist dagegen.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die drei Verkehrsinseln auf der Rendsburger Straße zwischen der Bahn und dem Ring könnten schon bald wieder abmontiert werden. „Wir sehen die Querungshilfen als Gefahrenpunkte“, sagt der für den Bereich zuständige Polizeihauptmeister Ingo Köhler vom 2. Revier. Drei Unfälle mit Blechschäden hat es seinen Angaben zufolge zwischen dem 7. Oktober und 23. Dezember dort gegeben. Die Schilder wurden dabei jeweils zum Teil schwer beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die CDU beantragt nun auf der öffentlichen Sitzung des Stadtteilbeirats Gartenstadt am kommenden Mittwoch, 20. Januar, um 19.30 Uhr in der Gartenstadtschule das Ende der Testphase.

„Die Verkehrsinseln werden so gut wie nie genutzt“, erklärt Stadtteilvorsteher Martin Kriese (CDU). Das hat auch Ingo Köhler beobachtet. „Wir fahren dort 10 bis 15 mal am Tag vorbei. Die Resonanz liegt aus polizeilicher Sicht fast bei Null.“ Der Polizist weist zudem daraufhin, dass die nun gesperrten Fahrstreifen bei einer Erschließung des ehemaligen Stock-Guss-Geländes wieder benötigt werden. „Sonst kommt man ja überhaupt nicht vom Gelände.“

Auch Verkehrsplaner Michael Köwer von der Stadt muss einräumen, dass er bei eigenen Beobachtungen kaum Leute angetroffen hat, die die Querungshilfen nutzen. „Deshalb ist es gut, dass es mobile Bauteile sind, die schnell und kostengünstig auch wieder abmontiert werden können“, sagt er. Die Stadtverwaltung sammelt momentan Stimmen für eine erste Bilanz und Empfehlung an den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Dieser muss über ein mögliches Ende oder die Fortsetzung des Verkehrsprojektes endgültig entscheiden.

Im Stadtteilbeirat am Mittwoch wird das Thema voraussichtlich heiß diskutiert. Denn für SPD-Mitglied Kurt Feldmann-Jäger steht fest: Die Verkehrsinseln sind nötig. „Es gibt für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem Ring und der Viktoriastraße sonst keinen sicheren Überweg.“ Gerade behinderte oder eingeschränkte Personen könnten sonst nicht gefahrlos queren. „Wer führt denn Statistik darüber, wie viele Unfälle durch die Querungshilfen schon verhindert wurden?“, fragt er. Die SPD werde geschlossen für den Erhalt stimmen, kündigt er an.

Zünglein an der Waage ist damit einmal mehr Olga Fricke (Grüne). Sie wollte sich gestern noch nicht festlegen und möchte die Debatte abwarten. „Ich war damals dafür. Wenn es aber neue Erkenntnisse gibt, werde ich mir diese anhören und dann entscheiden“, sagte sie.

In Gadeland auf der Segeberger Straße sind die Verkehrsinseln ebenfalls nach mehreren Unfällen umstritten (der Courier berichtete).

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