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Festnahme in Neumünster : Polizei schnappte „Dr. Betrüger“ im Pfandhaus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Als er mit dem teuren BMW vorfuhr, nahm ein Sondereinsatzkommando der Polizei den Mann in Neumünster fest.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Kriminalpolizei hat einen nicht alltäglichen Ermittlungserfolg gelandet: Sie machte einen lang gesuchten Serienbetrüger dingfest. Schon seit Januar war bundesweit nach einem Mann gefahndet worden, der in fünf Fällen auffällig geworden war. Er hatte sich jeweils betrügerisch bei Autohäusern sehr teure Fahrzeuge der Marken Audi, Porsche und Mercedes verschafft und versucht, sie in Pfandhäusern für jeweils mehrere zehntausend Euro zu verpfänden. In einem Fall war ihm das auch gelungen. Der Mann hatte sich als seriöser Akademiker mit Dr.-Titel ausgegeben. Seitdem war eine bundesweite Warnmeldung an Pfandhäuser herausgegangen.

In der vergangenen Woche rief er beim Pfandhaus in Neumünster an und kündigte einen BMW M6 an, für den er mehrere zehntausend Euro haben wollte. Am 11. Oktober sollte der Wagen übergeben werden. Die Mitarbeiter erinnerten sich an die Warnmeldung und riefen die Kriminalpolizei Bad Dürkheim an. Die Kripo Neumünster übernahm die Bearbeitung vor Ort und leitete eine Überwachung an. Tatsächlich erschien ein 45-jähriger Mann an diesem Tag gegen 16.30 Uhr in dem Pfandhaus. Die Falle schnappte zu: Sondereinsatzkräfte der Polizei nahmen den Mann und einen Begleiter (61) fest. Es stellte sich heraus, dass der Tatverdächtige sich den BMW in einem Autohaus in Uelzen (Niedersachsen) für eine Probefahrt geliehen hatte und ihn nie zurückbrachte. Der Pkw hatte gestohlene Kennzeichen bekommen, und die Fahrzeugpapiere waren manipuliert. Außerdem legte der Mann im Pfandhaus einen gefälschten Kaufvertrag vor.

Bei einer Durchsuchung fand die Polizei bei dem Mann mehrere Original-Blankodokumente, die ebenfalls gestohlen waren. Weiterhin hatte der 45-Jährige gefälschte Personalpapiere bei sich. Die Ermittlungen diesbezüglich sind noch nicht abgeschlossen, wie die Polizei gestern mitteilte.

Die beiden Tatverdächtigen wurden zunächst in das Polizeigewahrsam nach Rendsburg gebracht und erkennungsdienstlich behandelt. Beide sind bereits einschlägig vorbestraft. Der BMW M 6 sowie ein Leihwagen, mit dem der Mittäter gekommen war, wurden zunächst sichergestellt. Der M 6 ist mittlerweile wieder in dem Uelzener Autohaus.

Während der Mittäter wieder entlassen wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft Kiel für den Hauptverdächtigen die Untersuchungshaft. Ein Neumünsteraner Haftrichter erließ einen Haftbefehl. Jetzt sitzt der Mann in der Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße.

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