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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 22:00 Uhr

Festnahme : Polizei schnappt Autoaufbrecher

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Er warf immer mit Steinen die Scheiben ein. Die Kripo geht davon aus, dass seit November 47 Taten auf das Konto des Wohnungslosen gehen.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Autobesitzer in der Stadt können erst einmal durchatmen: Die Polizei hat am späten Freitagabend in Padenstedt einen 22-Jährigen festgenommen, auf dessen Konto seit November vergangenen Jahres bis zu 47 Autoaufbrüche gehen sollen. Mehrere Beamten überwältigten den jungen Mann ohne festen Wohnsitz in einer Nebenstraße des Ortes. Er gab sofort acht Taten zu, räumte bei der Vernehmung auch weitere Aufbrüche ein. Noch am Sonnabendnachmittag erließ ein Haftrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel Haftbefehl. Seitdem sitzt der 22-Jährige in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße.

Seine Vorgehensweise war immer dieselbe. Er suchte sich größere Steine, mit denen er dann die Scheiben der Fahrzeuge einwarf. „Manchmal zielte er nicht genau und brauchte mehrere Anläufe, wodurch er zum Teil erhebliche Schäden an den Autos verursachte“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Da die Ermittlungen der Kriminalpolizei noch andauern, stehen der Gesamtschaden und die Höhe der Beute noch nicht fest, Hinrichs geht aber von mindestens einem fünfstelligen Betrag aus.

Die Aufbrüche verteilten sich im gesamten Stadtgebiet. Im Dezember hatte der Mann zum Beispiel in der Havelstraße und im Tannenweg in Wittorf, an der Brachenfelder Straße, am Süd- und Nordfriedhof, in der Rendsburger Straße und in der Goebenstraße zugeschlagen. Im Januar setzte er die Taten unter anderem am Iltisweg und in der Danziger Straße in der Böcklersiedlung fort – vorzugsweise nachts oder am späteren Nachmittag. Dabei erbeutete er Geldbörsen mit Bargeld, Navigationsgeräte und persönliche Papiere, aber auch Handys und EC-Karten.

Die Festnahme am Freitagabend ist einem aufmerksamen Anwohner zu verdanken. Er meldete sich um kurz nach 23 Uhr bei der Polizei, weil er eine verdächtige Person in einem Carport an der Hauptstraße in Padenstedt beobachtete. Offenbar interessierte sich der Unbekannte für die geparkten Autos, brach diese aber nicht auf. Als der Mann sein Fahrrad weiter schob, teilte der Zeuge der Polizei seine Beobachtungen und die Fluchtrichtung mit. Nur wenige Minuten später trafen mehrere Funkstreifenwagen aus Neumünster in Padenstedt ein. Bei der Festnahme hatte der junge Mann im Fahrradkorb einen Feldstein dabei. Das Fahrrad war in derselben Nacht in Padenstedt gestohlen worden. Die Beamten erinnerten sich sofort an die Serie von Autoaufbrüchen der vergangenen drei Monate in Neumünster und lagen damit goldrichtig.

Polizeisprecher Sönke Hinrichs erneuerte gestern noch einmal seine Warnung, keine Wertgegenstände in Fahrzeugen liegen zu lassen, schon gar nicht offen. „Damit werden Täter erst angelockt. Auch wer sein Fahrzeug nur kurz verlässt, sollte Dinge wie Handy, Geldbörse oder Navigationsgeräte auf jeden Fall mitnehmen“, sagte er.

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