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Gewerkschaft : Polizei rutscht von einer Raumnot in die nächste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Pläne für die Zusammenziehung des Wachdienstes beim 1. Polizeirevier sind umstritten.

Neumünster | Im April soll die neue Wache des 1. Polizeireviers mit dem Gewahrsamstrakt an der Altonaer Straße fertig sein. Doch an den beengten Zuständen wird das zunächst nur wenig ändern. Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) kritisiert das. „Die Polizei rutscht von einer Raumnot in die nächste“, sagt der GDP-Regionalgruppenvorsitzende Ulrich Bahr.

2011 mussten das 1. Revier und die Kriminalpolizei aus den mit Schimmel befallenen Räumen an der Parkstraße ausziehen und an der Alemannenstraße/Altonaer Straße mit den Dienststellen dort, etwa dem Stab der Polizeidirektion und dem Verkehrsüberwachungsdienst, zusammenrücken. Die neue Wache dort ist im Bau, aber der als zweiter Bauabschnitt für die Kripo geplante Neubau fiel dem Rotstift beim Land zum Opfer. „Die Missstände sind mir bekannt. Die Raumnot ist groß. Wir haben mittlerweile schon jede Besenkammer als Büro genutzt“, sagt der Leiter der Polizeidirektion Neumünster, Bernd Lohse.

Er hat eine Philosophie, und die lautet: Polizeiarbeit aus einer Hand. Dazu möchte Lohse die Wachdienste beider Polizeireviere zu einem einzigen „Präsenzrevier“ an der Altonaer Straße zusammenfassen. In der Innenstadt, möglichst am Großflecken, soll es dazu wieder eine eigene Polizeistation geben. Und die Stationen in den Stadtteilen will Lohse stärken. Die Beamten dort sollen von Ermittlungsaufgaben entlastet werden, parallele Strukturen bei der Kriminalinspektion zentralisiert werden.

Dafür wird Raum benötigt, so Lohse. Ein Neubau würde die Lage entspannen, wäre aber erst 2019/20 fertig. Den benötigten Platz erhofft er sich vom Auszug der zum Landespolizeiamt gehörenden Ordnungswidrigkeitsstelle (OWI). Sie soll beim 2. Revier an der Beethovenstraße neue Räume beziehen.

Die Polizeigewerkschaft begrüßt viele Vorhaben der Behördenleitung, etwa das Innenstadtrevier oder die Stärkung der Präsenz in den Stadtteilen. Die Räume der OWI-Dienststelle könnten auch die akute Raumnot der Kripo beseitigen, sagt Uli Bahr. Allerdings sieht er keineswegs die Notwendigkeit, die OWI-Stelle im 2. Revier anzusiedeln. Dafür sollten andere Räume in der Stadt gemietet werden.

Bahr: „Die Raumkapazität für einen gemeinsamen Wachdienst ist Spitz auf Knopf gerechnet und schon bei der Einführung zu klein.“ Absehbar seien bis zu 85 Beamte im Wachdienst tätig. Dafür werde es an der Altonaer Straße viel zu eng sein. Die GDP fordert weiterhin den Neubau für die Kripo. Ulrich Bahr: „Die Pläne dafür liegen schließlich schon lange vor.“ 

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erstellt am 19.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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