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Neumünster : Polizei rät zur Vorsicht vor Spannern im Schwimmbad

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Unbekannter versuchte im Bad am Stadtwald, verdeckt ein Video von einer 23-Jährigen in der Umkleidekabine zu machen – er entkam.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Eigentlich hatte sich Anja Schröder* auf eine entspannte Mittagspause im Schwimmbad gefreut. Doch was die 23-Jährige aus Neumünster vor einer Woche in der Umkleidekabine vom Bad am Stadtwald erlebte, schockiert die Arzthelferin noch immer. In einer Umkleidekabine versuchte ein Mann, mit seinem Handy ein Video oder Nacktfotos der jungen Frau zu machen. Er entkam unerkannt.

Anja Schröder erinnert sich: „Ich war fertig mit Schwimmen und wollte mich umziehen. Schon auf dem Weg in die Umkleidekabine ist mir der große Mann aufgefallen, weil er an mir vorbeihuschte und nur mit einem Handtuch bekleidet in einer Kabine neben meiner verschwand.“ Die junge Frau wird skeptisch, schaut vor dem Umkleiden oben und unten zur Kabinenwand. Damit der Boden besser gereinigt werden kann, liegen die Trennwände unten nicht auf dem Boden auf. Es gibt dort noch rund 15 Zentimeter Platz. Anja Schröder bemerkt, dass der Mann sein Handtuch fallen lässt. Sekunden später fällt ihr die Hand mit dem Handy auf. Die Linse zeigt in ihre Richtung. Sie reagiert sofort, rennt aus der Kabine, klopft nebenan, um den Mann zur Rede zu stellen. Doch der verschwindet auf der anderen Seite. Sie sieht nur noch seinen auffällig behaarten Rücken und die kurzen blonden Haare. Anja Schröder wendet sich ans Badpersonal, wird von einem Mitarbeiter auf der Suche nach dem Mann durch die Hallen geführt. Doch der Unbekannte kann entkommen.

„Für solche Fälle gibt es bei uns klare Vorgehensweisen, die immer wieder mit den Mitarbeitern durchgegangen werden. Können wir den Täter ausfindig machen, holen wir sofort die Polizei und erteilen ein Hausverbot“, sagt Bad-Chef Tom Keidel, dem aus der jüngsten Vergangenheit aber keine weiteren Vorkommnisse dieser Art bekannt sind. Ein Handy-Verbot gebe es im Bad nur im Saunabereich, sonst sei es in der Einrichtung nicht kontrollierbar, sagt er.

Weil heute fast jedes Mobiltelefon mit guten Kameras ausgestattet ist und unklar bleibt, was die Täter mit den Aufnahmen machen, rät Polizeisprecher Sönke Hinrichs an öffentlichen Orten wie dem Schwimmbad zur besonderen Vorsicht. „Im Zweifel sollte eine zweite Person die Kabine bewachen.“ Besteht der Verdacht, dass Szenen unerlaubt aufgenommen wurden, sollte sofort das Badpersonal informiert werden. „Unerlaubte Nacktaufnahmen sind eine Beleidigung auf sexueller Basis und strafbar“, erklärt Hinrichs.

*Name geändert.

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