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Kriminalität : Polizei plant eine neue Wache in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Wachen in den Stadtteilen sollen verstärkt werden. Die Kriminalitätsrate ist auf einem konstanten Niveau.

von
erstellt am 10.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Neumünster | Im Gespräch ist die Idee bereits seit Längerem, jetzt soll das Vorhaben auf den Weg gebracht werden: Neben den Polizeistationen in den Stadtteilen Tungendorf, Einfeld, Faldera, Wittorf, Gadeland sowie in der Erstaufnahmeeinrichtung am Haart soll es in Zukunft auch eine Wache in der Innenstadt geben. Zudem sollen die bestehenden Stationen personell verstärkt werden.

„Die Kriminalität in Neumünster spielt sich hauptsächlich im Innenstadtbereich ab“, erklärt Polizeidirektor Bernd Lohse den Hintergrund. Die Wache soll mit 12 bis 15 Mitarbeitern besetzt werden und eine unmittelbare Anlaufstation für die Bürger bilden. Wünschenswert wäre laut Lohse ein Standort am Großflecken: „Mit konkreten Objekten können wir uns jedoch erst befassen, wenn der Antrag vom Innenministerium genehmigt wurde. Wir sind momentan noch in einem sehr frühen Stadium.“ Um die bereits bestehenden Stationen zu verstärken und die neue Wache zu besetzen, wird es jedoch kein zusätzliches Personal geben. „Diese Mitarbeiter müssen wir uns aus der Substanz herausschneiden“, erklärt Lohse.

Wie notwendig es ist, möglichst nah am Bürger zu sein, zeige sich besonders nach den Übergriffen in Köln. „Seit diesen Ereignissen hat sich die Lage ein Stück weit verändert, auch in Neumünster. Fakt ist jedoch, dass das Unsicherheitsgefühl der Menschen durch objektive Daten nur sehr eingeschränkt belegbar ist“, sagt Lohse. Die Kriminalitätsrate in Neumünster sei auf einem konstanten Niveau, die Aufklärungsrate der Polizei relativ hoch, so der Polizeidirektor. Er kündigte an, dass die Beamten in der Stadt künftig noch stärker Präsenz zeigen werden.

Problematisch sehen die Beamten die teilweise überkochende Gerüchteküche: „Es wird beispielsweise immer wieder behauptet, dass der Netto-Markt in der Nähe der Erstaufnahme schließt, weil er durch Diebstähle so viele Verluste hat. Wir haben den Marktleiter gefragt und festgestellt, dass es kein akutes Problem gibt“, sagt Lohse. Selbst der vorübergehend eingesetzte Sicherheitsdienst sei nicht vor Ort gewesen, um Diebstähle zu verhindern, sondern um ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln.

Im Fall der vier Übergriffe auf Frauen (der Courier berichtete) sei es ebenfalls wichtig, zu differenzieren. „Es handelt sich hierbei um zwei Fälle, in denen junge Frauen begrapscht worden sind. Die beiden anderen Taten waren Raubüberfälle, die auch jeden Mann hätten treffen können“, stellt Kriminalhauptkommissar Olaf Gorzolka klar.

Zu den Gerüchten um die Gründung einer Bürgerwehr (der Courier berichtete) findet Bernd Lohse deutliche Worte: „Die Polizei am Standort Neumünster ist alleinverantwortlich für die Sicherheit im öffentlichen Raum. Eine sogenannte Bürgerwehr ist kontraproduktiv und aus Sicht der Polizei nicht zu akzeptieren.“

Die Beamten bitten stattdessen darum, Straftaten unverzüglich anzuzeigen und couragiert einzugreifen, wenn andere in Not sind. Zeugen sollten sich zudem immer mit der Polizei in Verbindung setzen.

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