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Codierung : Polizei macht es den Fahrraddieben schwer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Fahrradbesitzer nutzten in Tungendorf die Möglichkeit, sich ihren Drahtesel von der Polizei codieren zu lassen.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 08:19 Uhr

Neumünster | Der Andrang war groß: Zum zweiten Mal wurde an der Polizeistation Tungendorf am Hürsland die Möglichkeit geboten, Fahrräder codieren zu lassen. „Im vergangenen Jahr haben wir es das erste Mal bei uns gemacht, weil die Nachfrage immer groß war. Trotz strömenden Regens haben es damals viele Tungendorfer in Anspruch genommen. Das war Grund für uns, es noch einmal anzubieten und es werden auch weitere Termine folgen“, sagte Polizeikommissar Carsten Schröder.

Im Minutentakt codierten Marc Heilmann und Jörg Klingforth die Fahrräder der Tungendorfer. Pro Rad brauchten sie dafür weniger als eine Minute. Aus der Anschrift der Fahrradbesitzer wird per Computer ein verschlüsselter achtstelliger Code erzeugt. Die Ziffernfolge wird ergänzt durch die Initialen und die Jahreszahl zur so genannten Eigentümer-Identifikationsnachweisnummer. „Damit könnte man sogar noch nachvollziehen, wem das Fahrrad gehört, wenn derjenige längst nicht mehr an der angegebenen Adresse wohnt“, erklärte Heilmann.

Die Kennzeichnung wird mittels neuer Technik auf den Rahmen eines Fahrrads gebracht. „Sie wird nicht mehr graviert, sondern genagelt“, erzählte der Fachmann. Das sei schneller und es werde zudem kein Material abgetragen, sondern lediglich verdrängt. Vorher kommt auf die zuvor gesäuberte Stelle ein Aluminium-Aufkleber – der besseren Sichtbarkeit wegen. Steht der Code, kommt ein weiterer Aufkleber darüber, mit dem unmissverständlichen Hinweis an potenzielle Langfinger: „Finger weg! Dieses Fahrrad ist codiert!“

Auch Christel Mischke aus Tungendorf ließ ihr Fahrrad kennzeichnen. „Das ist ein teures Elektro-Fahrrad. Bevor das wegkommt, zahle ich lieber 15 Euro für die Codierung“, sagte sie. Mindestens drei Fahrräder seien ihr in der Vergangenheit bereits gestohlen worden, berichtete sie.

In Neumünster sei jedoch ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. „Im vergangenen Jahr hatten wir bei schweren Fahrraddiebstählen eine Abnahme von über 19 Prozent. Man kann einem Fahrraddiebstahl mit einem vernünftigen Schloss entgegenwirken. Wer die Möglichkeit hat, sollte sein Rad außerdem nicht nachts draußen stehen lassen, sondern es gut gesichert im Schuppen oder im Keller abstellen“, riet Polizeisprecher Sönke Hinrichs auf Nachfrage.

Die Fahrradcodierer sind wieder am 17. Mai in Neumünster – vormittags an der Polizeistation in Wittorf und nachmittags in Einfeld. Alle Termine gibt es im Internet unter www.fahrradcodierer.de.


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