Ehndorf : Polizei kontrolliert im Dorf

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Messungen in der Gemeinde haben die Polizei alarmiert. Der Schnellste fuhr mit Tempo 162

shz.de von
28. November 2013, 08:00 Uhr

Die Auswertung eines über 14 Tage aufgestellten Geschwindigkeits-Sehgerätes hatte – wie bereits ausführlich berichtet – nicht nur die Ehndorfer ins Staunen versetzt, sondern jetzt auch die Polizei auf den Plan gerufen. In der Gemeinde soll es jetzt Geschwindigkeitskontrollen geben.

Mit sage und schreibe 162 Stundenkilometern rauschte ein Autofahrer im Oktober um 1 Uhr durch die 60-Stundenkilometer-Zone im Ortsteil Hochmoor. Der zweite Spitzenplatz ging an einen Autofahrer, der sechs Stunden später mit 107 Stundenkilometern an einer Bushaltestelle, die auch Schulkinder nutzen, im bewohnten Außenbereich gemessen wurde. Dazu berichtete Bürgermeister Hauke Göttsch (CDU) auf der Gemeindevertretersitzung am Dienstag im Bürgerhaus, dass Beamte vom Polizei-Bezirksrevier in Rendsburg jetzt in den Vor- und Nachmittagsstunden die Geschwindigkeit messen und Bußgeldbescheide verteilen werden. Denn durchschnittlich wurden pro Tag nur für eine Fahrtrichtung genau 424 Fahrzeuge von der Anlage erfasst. Davon rasten 24 Fahrer (0,1 Prozent) mit über 100 Sachen durch den Messbereich. Rund 66 Prozent der Autofahrer hielten sich jedoch an die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Bereich der ausgeschilderten Haltestelle, an der vor einigen Jahren ein Schulkind nach Verlassen des Busses von einem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt wurde.

Mit einvernehmlichen Beschlüssen verabschiedeten sich die Ortspolitiker in die Weihnachtspause. Die Kommune mit 650 Einwohnern verfügt beim Start ins neue Jahr über einen Finanzspielraum von rund 376 000 Euro. Das ist genug Geld, um das 25 Jahre alte Gemeindezentrum Bürgerhaus ohne Kreditaufnahme zu sanieren. „Wir wollen nicht warten, bis dringender Handlungsbedarf angesagt ist, denn es handelt sich um die Enthaltung unseres Vermögens“, sagte Bürgermeister Hauke Göttsch. In eine Grundsanierung unter anderem mit neuer Küche, modernen Sanitärobjekten, neuen Tischen und Stühlen werden die Ehndorfer nach ersten Schätzungen rund 70 000 Euro investieren. Bürgermeister Göttsch wurde beauftragt, zusammen mit der Verwaltung mehrere Angebote einzuholen, damit die Handwerker schon nächstes Jahr beginnen können.

Zugestimmt wurde ebenfalls der Einrichtung von Vermittlungsstellen für die Kindertagespflege als Ersatz für den elterlichen Anspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren in Aukrug und Hanerau-Hademarschen. Die Vermittlung wird zurzeit von Mitarbeitern des Amtes Mittelholstein auf Grundlage eines Vertrages mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde wahrgenommen. Doch es stellte sich heraus, dass das Amt weder die personellen noch fachlichen Voraussetzungen erfüllen kann. Der neue Entwurf sieht vor, dass die Vermittlung von Tagespflegepersonen nunmehr von pädagogisch geschulten Fachkräften der Kitas in den beiden genannten Kommunen organisiert werden soll. Die Leiterinnen der beiden Kitas haben dem Vorschlag bereits zugestimmt.

Verärgert sind viele Bürger über den Hundekot auf öffentlichen Plätzen. Bürgermeister Göttsch hat die etwa 50 Hundehalter im Dorf an die Einhaltung der Spielregeln schriftlich erinnert und dem Schreiben gleich zwei Hundekottüten beigefügt. „Weitere Tüten können kostenlos bei unserem Gemeindearbeiter Wilfried Bartels abgeholt werden“, sagte der Bürgermeister.





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